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Psychologischer Dienst

Die Aufgaben des Psychologischen Dienstes reichen von der Unterstützung und Beratung der Teams, inklusive Fortbildungs- und Teamentwicklungsangeboten, über Diagnostikaufträge bis hin zu Einzel- und Gruppentherapieangeboten von Kindern und Jugendlichen. Der Psychologische Dienst sorgt zudem durch verschiedene Maßnahmen für die Einhaltung und Umsetzung des Schutzkonzeptes und der Sexualpädagogischen Konzeption. Es besteht jeweils ein enger Austausch mit den Bereichsleitungen.

Im Folgenden werden die einzelnen Aufgabenbereiche differenzierter beschrieben:  

- Beratung der pädagogischen Teams

Der Umgang mit herausfordernden und teilweise auch psychisch auffälligen Klienten erfordert besonderes Wissen im psychologischen Bereich. Bei Neuaufnahmen, im Verlauf der Unterbringung und auch insbesondere in Krisensituationen ist es hilfreich, pädagogisches und psychologisches Wissen zu vernetzen. Bei einer Beratung der pädagogischen Teams werden alle Aspekte mit in den Blick genommen, die aktuell für die Symptomatik des Klienten von Bedeutung sein könnten.  Dabei findet auch das Konzept der Traumapädagogik Anwendung, da viele unserer Klienten in ihrer Vorgeschichte traumatisierende Erfahrungen gemacht haben und diese immer wieder im Sinne von Reinszenierungen in den pädagogischen Alltag hineinreichen können. Gemeinsam mit dem Team werden einzelne Schritte zur Verbesserung der Symptomatik erarbeitet und in der Zielplanung für den einzelnen Klienten angewandt und überprüft.

- Fortbildungsangebote

Zu einzelnen Störungsbildern sowie zu allgemeinen Themen der Psychologie werden Fortbildungen durch den Psychologischen Dienst für alle Mitarbeiter/Innen angeboten. Im Bedarfsfall können spezielle Angebote auch nur für einzelne Teams durchgeführt werden.

- Teamentwicklung

In den Teams der Wohngruppen kann es aus den verschiedensten Gründen zu Störungen kommen, so dass es zu Energieverlusten in der Zusammenarbeit kommt. Hier bietet der Psychologische Dienst über Einzel- und Gruppengespräche sowie Beratungen der Teamleitungen umfassende Analysen zu Teamstrukturen, Teamzusammensetzungen und internen Abläufen an. Zudem kann Unterstützung bei Veränderungs- und Entwicklungsprozessen in Anspruch genommen werden.

- Diagnostik

Eine zielgerichtete Intervention beginnt mit einer differenzierten, umfassenden Diagnostik. Es werden hierbei nicht nur bestehende Schwierigkeiten des Klienten in den Blick genommen, sondern es werden ebenfalls seine Begabungen oder Ressourcen in den Fokus gerückt. Dabei kommen standardisierte Testmethoden wie sprachgebundene/sprachfreie Intelligenztests, Persönlichkeitsscreenings sowie Beurteilungsskalen in Hinblick auf verschiedene psychische Störungen zum Einsatz. Die Untersuchungen erfolgen somit sowohl hinsichtlich der emotionalen wie auch der kognitiven Fähigkeiten und Aspekte.  
Je nach Problemlage werden die Diagnostikaufträge auch an Psychiatrische Praxen oder Kliniken delegiert.    

- Einzelberatung

Für die erwachsenen Klienten unserer Wohnhäuser und der Werkstatt gibt es die Möglichkeit von einzelnen Beratungsterminen. Psychotherapeutische Maßnahmen werden durch die niedergelassenen Therapeuten in der Umgebung abgedeckt. Hier unterstützt der Psychologische Dienst dabei, einen passenden Therapieplatz zu finden.

- Einzeltherapieangebot

Für psychisch stark beeinträchtigte Kinder und Jugendliche, insbesondere für solche, die sexuelle und/oder andere Traumatisierungen in ihrer Vorgeschichte erlitten haben, stellt der Psychologische Dienst ein Einzeltherapieangebot mit in der Regel wöchentlich stattfindenden Terminen bereit. Hierbei werden vor allem systemisch-verhaltenstherapeutische Ansätze mit einem ressourcenorientierten Vorgehen genutzt. Je nach Alter des Kindes kommen auch spieltherapeutische Anteile zum Einsatz. Ganz nach Problemlage erfolgt ein regelmäßiger Austausch mit dem jeweiligen Team, um gemeinsam zielorientierte Hilfen zu installieren.  Zur therapeutischen Arbeit gehören auch Elternkontakte und ggf. Stellungnahmen bei Hilfeplangesprächen.

Wir unterstützen junge Erwachsene bzw. Jugendliche in ihrem Wunsch, sich mit ihrer eigenen Biographie auseinanderzusetzen und geben entsprechende Begleitung. Sie haben oftmals mit den Auswirkungen emotionaler Vernachlässigung in ihrer Vorgeschichte und/oder mit psychisch erkrankten Angehörigen zu tun.

- Gruppentherapien / Gruppenangebote

Die Gruppenangebote wechseln flexibel je nach aktuellen Bedarfen. Zu den Standardangeboten zählen folgende Gruppen:

„Turtles“: Dies ist ein Gruppenangebot für Kinder und Jugendliche psychisch erkrankter Elternteile. Hier geht es zum einen darum, psychoedukativ Wissen zu einzelnen psychischen Krankheitsbildern zu vermitteln, zum anderen aber auch, mit den Teilnehmern zu besprechen, welche Auswirkungen die Erkrankung auch auf ihr eigenes Leben genommen hat. Ferner geht es darum, Fragen zu beantworten, die sich viele betroffene Kinder stellen, wie z.B. die Frage, bin ich schuld, dass Mama krank geworden ist? Eingebettet sind diese Themen in eine Vermittlung von Strategien zu Selbstregulation und Emotionskontrolle. 

„Kompasstraining“: Dieses Kursangebot hat die Erprobung hilfreicher sozialer Umgangsformen im Rahmen einer geschützten, geschlossenen Kleingruppe zum Ziel. Primär steht  für die  teilnehmenden Jugendlichen hierbei eine Stärkung ihrer Eigenwahrnehmung, mit Sicherheit im Zugang  zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen im Fokus. Dazu gehören spielerische Übungen zum Formulieren von sogenannten Ich-Botschaften, schauspielerische Darstellungen gemeinsam ausgewählter, exemplarischer Konflikte sowie die probeweise Umsetzung anschaulich vorbereiteter Lösungsalternativen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl als Gruppe findet ebenso Berücksichtigung wie die Betonung der Wichtigkeit eines achtsamen Umgangs mit persönlichen Grenzen.

Therapeutische Präventionsgruppe für Mädchen und für Jungen: Diesen Gruppenangeboten liegt jeweils ein sexualpädagogischer Ansatz zugrunde. Ziel ist es, das Wissen der TeilnehmerInnen über körperliche Vorgänge zu erweitern sowie zahlreiche Aspekte rund um das Thema „Sexualität“ altersgerecht zu besprechen wie z. B. Verliebt sein, Beziehungen führen, Verhütung und Kinderwunsch. Auch dem Thema „sexueller Missbrauch“ wird Rechnung getragen und insbesondere über Präventionsarbeit aufgegriffen. Die gängigen Präventionsthemen wie z.B. „Mein Körper gehört mir“ oder „Du hast ein Recht auf Hilfe“ sind Grundlage dieser Gruppenangebote.                                                            

Offene Jugendlichengruppe: Unter Leitung des Psychologischen Dienstes können sich die Teilnehmer bei Problemen die  Unterstützung durch die anderen Gruppenmitglieder holen. Auch allgemeine jugendspezifische Themen werden hier aufgegriffen und besprochen.

„Do it!“: Do it! ist ein Gruppenangebot für Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren und hat das Ziel, betreute Jugendliche mit leichten Depressionen, Übergewicht und/oder traumatischen Erfahrungen zu aktivieren und ihnen wieder Spaß und Freude am Leben bzw. an Bewegung zu vermitteln. Wichtige Inhalte dieses Angebotes sind leichte sportliche Übungen, Tanzen, gesunde Ernährung, Entspannung und Wohlfühlelemente. Die Jugendlichen sollen sich und ihren Körper wieder mehr spüren und ein positiveres Selbstbild von sich entwickeln.

Weitere Gruppenangebote, die nach Bedarf angeboten werden, sind z.B. 

Selbstinstruktionstraining aus dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten

Stressbewältigungsgruppe nach dem Gruppenprogramm SNAKE

Gruppe zur Emotionsregulation wie dem Erlernen von Skills

Trauerbewältigungsgruppe

Umgang mit Suchtproblemen

- Offene Sprechstunde

Einmal in der Woche bietet der Psychologische Dienst eine offene Sprechstunde an, zu der jede/r ohne Voranmeldung kommen darf. Darüber hinaus steht der Psychologische Dienst allen Klienten im Bedarfsfall auch telefonisch zu Verfügung, die Rufnummern hängen in den Wohngruppen und in der Werkstatt aus. Somit haben die Klienten auch unabhängig von ihren BetreuerInnen die Möglichkeit, sich Hilfe und Unterstützung durch den Psychologischen Dienst zu holen.

- Betreutenteams

Der Psychologische Dienst nimmt in regelmäßigen Abständen an den Betreutenteams der Kinderwohngruppen teil. Darüber ist zum einen die  Präsenz des Psychologischen Dienstes für alle Klienten gegeben, zum anderen können hier auch direkte Hilfestellungen bei Problemen  in der Gruppe und bei konkreten Fragen gegeben werden.

- Vernetzung zu ambulanten und stationären psychotherapeutischen / psychiatrischen Praxen und Einrichtungen

Der Psychologische Dienst kooperiert mit psychiatrischen Praxen und Psychotherapeuten in der Umgebung, um so eine externe Versorgung sicherzustellen. Auch eine umfassende Diagnostik kann bei Bedarf in den Praxen durchgeführt werden. Für einige unserer Klienten ist es zudem bedeutsam, bei psychischen Problemen externe Ansprechpartner zur Verfügung zu haben.
Besonders eng arbeiten der Psychologische Dienst und die Kinderwohngruppen mit einer in Eckernförde niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiaterin, Frau Dr. Zachariah-Jooß, zusammen, die in regelmäßigen Abständen in die Therapieräumlichkeiten des Psychologischen Dienstes kommt. Bei diesen Terminen werden in erster Linie Kinder und Jugendliche vorgestellt, die durch ihre medikamentöse Einstellung fachärztlich betreut werden müssen.  

Im Einzelfall reichen die ambulanten Maßnahmen nicht aus, so dass bei Bedarf mit den jeweiligen Fachkliniken und Facheinrichtungen zusammengearbeitet wird. Hier besteht insbesondere mit folgenden Kliniken eine enge Zusammenarbeit: der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des HELIOS Klinikum Schleswig, mit dem Zentrum für Integrative Psychiatrie gGmbH (ZIP) in Kiel, mit der DIAKO Nordfriesland gGmbH/Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatik in Breklum und mit dem Psychiatrischen Krankenhaus Rickling.  

Eine indizierte stationäre Behandlung wird durch unseren Psychologischen Dienst begleitet, um als Ansprechpartner für beide Seiten zur Verfügung zu stehen.

- Umsetzung von Schutzkonzept und Sexualpädagogischer Konzeption

Der Psychologische Dienst leitet zwei Arbeitskreise, die Maßnahmen zur Umsetzung von Schutzkonzept und Sexualpädagogischer Konzeption installieren. Bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter werden die neuen Kollegen durch den Psychologischen Dienst zu den Inhalten der Sexualpädagogischen Konzeption explizit geschult.  

- Kooperation mit der Schulischen Integration / der Schulersatzförderung

Die Mitarbeiter stehen in engem fachlichem Austausch mit dem Psychologischen Dienst. Hier geht es vor allem um Fragen der Leistungsdiagnostik und um Interventionsmöglichkeiten bei Lernproblemen.

- Traineeprogramm zur Auswahl angehender Führungskräfte

Der St. Nicolaiheim Sundsacker e.V. bietet in regelmäßigen zeitlichen Abständen ein internes Traineeprogramm für angehende Führungskräfte der dritten Ebene an. Der Psychologische Dienst ist mit einer Kollegin im Auswahlausschuss für dieses Personalentwicklungsprogramm vertreten und unterstützt den Bewerbungs- und Qualifizierungsprozess. Im Auswahlausschuss werden zudem die Inhalte der Ausbildungsmodule festgelegt und den jeweiligen aktuellen Gegebenheiten und Bedarfen angepasst. Flankierend betreut der Psychologische Dienst die Traineeteilnehmer/Innen in regelmäßig stattfindenden Reflexionsgesprächen.

- Supervision

Auch das Team des Psychologischen Dienstes braucht Unterstützung, um langfristig fachlich und professionell agieren zu können. Neben hausinternen Intervisionssitzungen erhält das Team in regelmäßigen Abständen durch einen externen Supervisor Supervision.  


Ihr Ansprechpartner

Psychologischer Dienst
Frau Christine Spranger
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel. 0 46 42 / 91 44 - 186
Fax 0 46 42 / 91 44 - 594

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