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Wohngruppe Haus Karby am Ring

1. Örtliche Lage und räumliche Ausgestaltung

Die Wohngruppe liegt inmitten der dörflichen Gemeinde Karby, nahe an der Ostsee. Das überschaubare Örtchen wird von ca. 600 Menschen bewohnt und bietet eine gute Infrastruktur.
Nebst einer kleinen aktiven Kirchengemeinde, welche immer wieder auch kindgerechte Angebote unterbreitet, verfügt die Gemeinde über zwei Kindergärten, eine Grundschule, einen Bäcker, einen „Tante- Emma- Laden“, eine Arztpraxis und eine Praxis für Physiotherapie. Zusätzlich bietet der „TSV Karby“ die Möglichkeit, sich in verschiedenen Sportarten zu erproben.
Die Kleinstadt Kappeln ist ca. 4 Kilometer entfernt, entweder mit dem Fahrrad, dem öffentlichen Nahverkehr oder dem PKW gut und schnell erreichbar. Dort sind die üblichen Fachärzte, Institutionen, und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten vorhanden.
Die Grundschule befindet sich in der Nähe der Wohngruppe, fußläufig ist ebenso das Zusatzangebot der Einrichtung „Schulische Integration“ zu erreichen. Das der Einrichtung angegliederte Förderzentrum „Geistige Entwicklung“ befindet sich im benachbarten Ort.

Das Gruppenhaus liegt inmitten einer verkehrsberuhigten und gepflegten Wohnsiedlung, wir sind schon immer mit den Nachbarn im guten Kontakt.
Unser Haus wurde im Jahr 2010 umfassend saniert und ist als Neubau zu bezeichnen. Im Erdgeschoß befinden sich das Wohnzimmer, die offene Küche mit dem Eßbereich, zwei Doppelzimmer, ein Duschbad und das Betreuerzimmer.
Im Obergeschoss des Hauses befinden sich sechs Einzelzimmer sowie zwei Duschbäder.
Im Keller befinden sich unser Mehrzweckraum, eine kleine Werkstatt, der Kicker und die Tischtennisplatte. Zudem sind dort die Vorratskammer und zwei Räume für Waschmaschine und Trockner.
Der Mehrzweckraum dient u.a. als Raum für die Qualitätszeit/ Einzelbeschäftigung am Kind, für Eltern-, Fach- oder Hilfeplangespräche und ebenso für Kinder, die ihre Freunde zum gemeinsamen PC- Spielen oder Kinoabend einladen wollen.
Über das Wohnzimmer gelangt man auf die großzügige Terrasse, welche direkt an unseren großen Garten anschließt. Hier finden die Kinder großzügige Spielmöglichkeiten, das Bodentrampolin, Sandkasten, Schaukel usw..
Der große, abschließbare Gartenschuppen in der Nähe des Grillplatzes dient zum Abstellen der Roller, Räder usw. Zudem zur Unterbringung der Bälle und anderen Spielmaterialien.
Unser Grundstück wird rundherum durch einen Zaun begrenzt.

2. Betreuter Personenkreis

Die Wohngruppe „Karby am Ring“ bietet bis zu zehn Kindern ein Zuhause auf Zeit. Das Angebot ist besonders auf jüngere Jungen und Mädchen ausgerichtet, die in einem liebevollen, beschützenden und sehr strukturierten Umfeld einen stabilen Lebensmittelpunkt finden sollen.

Unser Haus kann ein passendes Angebot sein für:

- Jungen und Mädchen im Alter ab 3 Jahren
- Kinder mit unterschiedlichen Begabungen, bis hin zur leicht geistigen Beeinträchtigung
- Jugendliche, die kindliche Entwicklungsschritte nachholen müssen
- Kinder mit Auffälligkeiten im autistischen Spektrum
- Kinder mit einer AD(H)S – Problematik
- Kinder mit einer FASD- Problematik
- Kinder mit Folgebeeinträchtigungen aufgrund früherer traumatischer Belastungen

Kinder und Jugendliche mit vorrangig aggressiver Problematik oder besonderen sexuellen Auffälligkeiten können nicht aufgenommen werden.

3. Ziele und Inhalte der Betreuungsarbeit

Ziel unserer Arbeit ist es, Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und zu stärken. Durch die Stabilisierung und Förderung ihrer Ressourcen werden sie auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. Dies wird durch wertschätzende Betreuung, hohe Fachlichkeit, Ermutigung zur und Förderung der Selbstständigkeit, Förderung und Forderung der Eigenverantwortung sowie dem Einüben lebenspraktischer Fähigkeiten ermöglicht.
Die langjährig erfahrenen Mitarbeiter der Gruppe begegnen den Kindern authentisch, zugewandt und transparent. Es wird viel Wert auf ein ehrliches Miteinander gelegt, sodass die Beziehung zwischen einem Kind und den Betreuern mit der Zeit an Tragfähigkeit gewinnt. Es werden fortlaufend Beziehungsangebote gemacht, um die Bindung zu stärken und damit Entwicklung zu begünstigen oder bislang noch nicht vollzogene Entwicklungsschritte zu ermöglichen. Negative Erlebnisse aus der Vorgeschichte der Kinder sollen durch korrigierende Bindungsangebote in ihrer Intensität geschwächt und möglichst abgebaut werden.
Viele der Kinder haben in ihrer Vergangenheit nur wenig Verbindlichkeit, Sicherheit und Struktur erfahren. Je nach Bedarf, Ressourcen und Kompetenzen des jeweiligen Kindes wird vom jeweiligen Bezugsbetreuer ein Förderplan erstellt, anhand dessen sich die pädagogische Arbeit orientiert. Die Ziele werden nach Möglichkeit mit dem Kind zusammen besprochen, ebenso die Auswahl der Maßnahmen, welche in den Tagesablauf der Gruppe mit einfließen. Im Laufe der Maßnahme werden die Ziele fortlaufend reflektiert und angepasst.
Durch einen deutlich strukturierten und vor allem transparenten Tagesablauf schaffen wir einen sicheren Rahmen und nehmen damit einigen Kindern kleine und große Ängste. Neben dem Einsatz von Piktogrammen und individuell kindgerechten, zumeist visualisierten Plänen wird jeden Tag nach der Mittagspause eine gemeinsame Planungsrunde abgehalten.
Neben etwaigen Anliegen der Kinder wird über den Ablauf des Tages und die Pläne/ Aktivitäten gesprochen. Die daraus gewonnen „Planungssicherheit“ schafft eine für alle Beteiligten sichere Struktur.
Wir wollen den Kindern und Jugendlichen ein familienanaloges Umfeld bieten. Dazu gehört es, den Kindern Partizipation zu ermöglichen, dies zu gewährleisten und Raum für die Ideen und Wünsche zu geben. In monatlichen Sitzungen des Kinderteams, wo die Kids unter dem Aspekt des demokratischen Zusammenlebens über Ideen, Wünsche, Ärger und Probleme sprechen können, wird dies eingeübt. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter werden aktuelle Themen aufgegriffen, das tägliche Zusammenleben und daraus unter Umständen resultierende Konflikte besprochen.
Dem Team ist ein respektvoller, toleranter und nachsichtiger Umgang im Haus untereinander ein besonderes Augenmerk. Die Wirksamkeit und Einhaltung der gemeinsam aufgestellten Regeln und Normen wird regelmäßig überprüft, gegebenenfalls werden Konfliktlösungsstrategien entwickelt.
Je nach persönlichen Ressourcen und Interessen des Kindes, werden wir es ermöglichen, sich durch die Anbindung an Sportvereine, die Teilnahme an Aktivitäten der Kirchengemeinde und durch das gezielte Fördern von Freundschaften in Schule und der Nachbarschaft ein stabiles Umfeld und viele Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung anzueignen. Das pädagogische Team hilft dem Kind Freundschaften zu finden und zu pflegen und ermöglicht ihm Kontakte außerhalb und innerhalb der Einrichtung. Der Besuch von Freunden ist ausdrücklich erwünscht. Grundsätzlich unterstützen wir den Umgang mit Medien aller Art. Wir schaffen dazu einen klar reglementierten Rahmen in dem Kinder sich ausprobieren dürfen, Technik und Möglichkeiten des digitalen Zeitalters erfahren, aber auch über die Gefahren sozialer Netzwerke informiert werden.
Die Kinder werden individuell bei ihren Hausaufgaben unterstützt und bei Bedarf ebenso durch Maßnahmen wie Nachhilfe etc. gefördert. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Schulen und Lehrkräften statt, um die Kinder entsprechend begleiten und lenken zu können.
Unsere Schützlinge lernen, je nach Alter, Entwicklungsstand und individueller Kompetenz,  durch die Übernahme von leichten altersentsprechenden Aufgaben ebenso auch ihren Pflichten nachzukommen, wie es in einem Haushalt mit mehreren Personen entsprechend der Fall ist.
Es ist unser Bestreben, je nach Möglichkeit zusammen mit den Eltern oder anderen familiären Ressourcen die Zukunft der Kinder zu planen und zu initiieren. Dazu gehört vor allem, dass wir unsere pädagogische Arbeit transparent machen und das Vertrauen der Eltern in die gewählte Institution, die Wohngruppe und die pädagogischen Fachkräfte suchen.
Den Angehörigen soll durch Wertschätzung ihrer Position, Aufzeigen von Methoden/Abläufen und  Ressourcenorientierung vermittelt werden, dass sie in den Hilfeprozess einbezogen sind und durch ihre aktive Beteiligung einen bedeutenden Beitrag zu einem erfolgreichen Hilfeverlauf leisten können.
Die dafür wichtige Kontaktpflege erfolgt planvoll und zielgerichtet durch regelmäßige Telefonate, Briefkontakte und persönliche Gespräche mit den Eltern, der Familie. Wir wünschen uns regelmäßige Besuchstage der Eltern in unserer Einrichtung sowie fest vereinbarte Beurlaubungen.
Bewährt in unserer täglichen pädagogischen Arbeit hat sich das Bezugsbetreuersystem. Inhaltlich bedeutet das, dass jeweils ein pädagogischer Mitarbeiter für zwei Kinder verantwortlich ist. Dieses beinhaltet u.a. das Erstellen von Entwicklungsberichten, Förderplänen, die Kontaktpflege zur Schulen, Betreuung bei Arztterminen, etc. Weiter zeigt sich der Bezugsbetreuer für organisatorische Belange, wie Kleidungseinkäufe, Ausgestaltung von Geburtstagen, schulische Abläufe, etc. verantwortlich.

4. Schlusswort

Wir möchten Kindern das Gefühl von Geborgenheit, Wärme und Vertrauen vermitteln. Wir wünschen uns, dass die Kinder sich in einem liebevollen und geschützten Rahmen zu individuellen und selbstständigen Menschen entwickeln. Unsere Arbeit und unser Haus soll den Raum geben für das Erleben unbeschwerter Kindheitsmomente und den Kindern ein Sprungbrett sein für ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben.

Das Team der Gruppe „Karby am Ring“