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Historie

Die Grundlagen der Diakonie entstanden um 1860 durch Personen wie Johann-Hinrich Wichern, die Vorträge zur Thematik „Berufe der Nichtgeistlichen für die Arbeit im Reiche Gottes und den Bau der Gemeinden“ eine Welle der ehrenamtlichen Helfer (heute ehrenamtlichem Bürgerengagement genannt) hervorrief.

1867

Es begann die direkte Arbeit mit der Eröffnung einer Sonntagsschule in Kiel. Bis zum Jahre 1891 entstanden noch drei Mädchenhorte, die aber nicht auf Dauer ausreichten, da einige Kinder unbedingt ihre Herkunftsfamilien verlassen mussten, damit sie sich entfalten konnten.

1897

In diesem Jahr erhielt der Vorläufer des heutigen Vereins der "Frauenverein für das St. Nicolaiheim der Mädchenhorte" ein Landhaus in Sudsacker an der Schlei als Schenkung.

1902

Aus dem Vorverein und diversen Unterstützungskreisen wurde der St. Nicolaiheim Sudsacker e.V. gegründet.

Jahresbericht 1914

Handarbeiten

bis 1933

Zwischen den Jahren 1902 und 1933 entstanden in Sudsacker und in Kiel mehrere Wohngruppen für Mädchen sowie eine Haushaltungsschule mit staatlicher Anerkennung (1932).

1933 - 1945

1933 wurde der Vereinszweck durch Inbetriebnahme des Altenheims in Kiel erweitert. Neben der klassischen Jugendhilfe war nun die Altenarbeit ein weiterer Baustein der sozialen Angebote. Unter Angabe von fadenscheinigen Begründungen seitens der Gestapo wurde 1939 der betrieb der Haushaltsschule untersagt. Und dann die gesamten Immobilien des Vereins ab 1941 von der Provinzialverwaltung angepachtet.

Schreiben zur Rettung des Heimes

Die Rettung der Kinder aus dem Waisenhaus "Bormannstift" zu Graudenz

1945 - 1950

Nach Kriegsende nahm der Verein 1946 seine Arbeit in Sudsacker und 1949 in Kiel auf. Die Häuser und Einrichtungen waren nach der schwierigen Rückabwicklung der quasi Enteignung in einem desolaten Zustand, so dass bis 1950 ein Heimbetrieb nur unter schwierigsten Bedingungen möglich war.

1950 - 1970

In diesen Jahren entstanden auf dem Hauptgelände des Vereins, in Sudsacker an der Schlei, mehrere Wohngruppen und auch therapeutische Angebote für Mädchen und nun auch Jungen. Ab 1970 nahm der Verein in Rahmen der Jugendhilfe immer mehr Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten auf, so dass zusätzlich zu den Erweiterungen der Jugendhilfe neue Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen entstanden. Um den Kindern eine gute Beschulung zu ermöglichen, entstand eine öffentlich rechtliche Schule in Trägerschaft des Heimes in Sudsacker.

1986

Zusätzlich zu den Angeboten für Kinder und Jugendliche bestand im Lande Schleswig-Holstein ein Bedarf an Heimplätzen für Menschen mit schwerstmehrfacher Behinderung. Diese damals einzigartige Einrichtung in Schleswig-Holstein (der Lindenhof) entstand im Ort Winnemark. Der Ort liegt in der Nähe von Sudsacker, dem Sitz des Vereins.

1989

Da die Menschen mit Behinderung, die in den Wohngruppen für Kinder und Jugendliche älter wurden, entstand die Nachfrage nach Beschäftigungs- und Wohnmöglichkeiten für die erwachsenen Menschen der Einrichtung. So entstand 1989 die Werkstatt für behinderte Menschen in Kappeln, sowie Wohngruppe für Menschen, die in der Werkstatt arbeiten.

1992

Es entstanden in Kappeln 17 neue Wohnheimplätze. Die „Alte Jugendherberge“ in Kappeln/ Grauhöft wurde zu einer Wohnstätte umgebaut. Durch die besondere Lage des Hauses wohnen die Bewohner direkt an der Schlei in Alleinlage und trotzdem nur 10 Gehminuten von der Innenstadt entfernt.

1996

Als ein weiteres Beschäftigungsfeld der Werkstatt wurde das alte historische Sägewerk an der Mühle Amanda als „Working Museum“ übernommen. Der Eigentümer des Sägewerks ist die Stadt Kappeln und die Werkstatt ist der Betreiber des Museums.

1997

Durch den steigenden Bedarf an Beschäftigungsplätzen im Werkstattbereichs und durch eine höhere Produktivität in den Arbeitsfeldern wurde die Werkstatt um 60 Plätze erweitert.

Zentralverwaltung in Kappeln

1999

Der Standort Sundsacker entsprach nicht mehr den geänderten Strukturen des Vereins. Um den neuen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, begann 1998 der Bau der neuen Zentralverwaltung in Kappeln. Mit Inbetriebnahme des neuen Verwaltungsgebäudes wurde der Vereinssitz nach Kappeln verlegt.

2001

Um den Menschen der Einrichtung des St. Nicolaiheim Sundsacker e.V. und der Region Kappeln ein breites Angebot an beruflichen Perspektiven anzubieten, wurde eine Integrationsfirma als selbstständige GmbH gegründet. Die Dienstleistungsgesellschaft Kappeln (DGK) hat den Auftrag Menschen mit Behinderung, Menschen ohne Schulabschluss oder Menschen, die langzeitarbeitslos sind, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu integrieren. Diese Arbeitsplätze werden nicht öffentlich gefördert oder bezuschusst, sondern die Lohnkosten werden durch gute Aufträge erwirtschaftet.

Wohnstätte Grauhöft

2003

Als neues Konzept und in Schleswig-Holstein einzigartig wurde in Kappeln/ Grauhöft eine zweite Wohnstätte mit 30 Plätzen gebaut. Die Grundlage für den Bau bildeten zusätzlich die Wohnungsbaurechtlinien, weil das neue Haus aus mehreren Wohnungen besteht. Dieses Baumodell ermöglicht auch Menschen mit höherem Hilfebedarf das Leben in einer eigenen Wohnung.

Ebenfalls in diesem Jahr entstand die Jugendwohngruppe "Haus Sonnenkind" in Kappeln. Es ist das erste Haus im Bereich der Jugendhilfe, das barrierenfrei konzipiert ist.

Wohngruppe Ponyhof in Brodersby

2004

Das ländlich gelegene Haus der Wohngruppe "Ponyhof" (Jungendhilfebereich) in Brodersby wurde komplett saniert. Ein altes Gebäude wurde abgerissen, der alte Bauernhofteil saniert und mit einem Neubau verbunden. Die Wohngruppe verfügt nach der Sanierung über 14 Plätze. Gleichzeitung wurde die Sanierung der Reitanlage vorgenommen und die Umstellung des Reitbetriebes in eigener Regie in ein professionelles Reitangebot mit einer externen Reitlehrerin durchgeführt.

Ebenfalls wurde in diesem Jahr die Jugendwohngruppe "Brombeerhof saniert und erweitert. Aus dem ehemaligen Haus Berlin entstand nach der Sanierung und aus dem zusätzlichen Neubau eine Wohngruppe mit 14 Plätzen. Das Haus verfügt über drei unterschiedlichen Wohnbereiche (Altbau, Dachgeschoß Neubau und Erdgeschoss Neubau).

Da die Integrationsfirma, die DG Kappeln, immer mehr Menschen beschäftigte, bestand der dringende Bedarf an neuer Arbeits- und Lagerflächen. Mit Mitteln des Intergrationsamtes wurde ein Firmengebäude mit der Fläche von 2.500 qm gebaut.

2005

Nachdem in den Jahren 2003-2004 im Verein geprüft wurde, ob das Gelände in Sundsacker noch perspektivisch genutzt werden kann und ob eine Verlegung unserer (Sonder-)Schule für Menschen mit geistiger Behinderung nach Kappeln möglich wäre, fiel die Entscheidung den Standort in Sudsacker zu behalten.

Da viele Gebäude große Investitionsstaus aufwiesen, begann das Projekt "Sanierung der Ursprungsstelle". Als erster Schritt wurde die Sporthalle der Schule komplett saniert.

Im Werkstattbereich bestand dringender Raumbedarf. Eine Halle neben der Hauptwerkstatt wurde gekauft und zu 30 Werkstattbereichplätzen (Elektrobereich) umgebaut. Im Jahre 2007 erfolgte eine Erweiterung um 210 qm, da inzwischen die geschaffenen Flächen wieder zu klein geworden waren.

Zentralküche in Kappeln

2006

"Kochen wir selbst oder lassen wir uns von einem Catering-Unternehmen beliefern?". Nach langer Überlegung und gründlicher Prüfung fiel die Entscheidung zu Gunsten einer eigenen Zentralküche. Kosten und Qualität sind nur bei einer Selbstversorgung optimal. Die sog. Ausgabeküche der Werkstatt wurde zur Großküche umgebaut.

Das Haus der Wohngruppe "Haus am Schloßteich" war in der Vergangenheit durch die vielen kleinen nicht mehr zeitgemäßen Anbauten geprägt. Da immer mehr Jugendliche Einzelzimmer benötigten und die Hausgröße mit 8 Plätzen unwirtschaftlich war, wurde das Ursprungshaus saniert und ein neuer Anbau ähnlich dem (Bau)-Konzept "Brombeerhof" gestalltet.

Wohngruppe Till Eulenspiegel

2007

Auch im Haus  der Wohngruppe "Till Eulenspiegel" lag ein erheblicher Investitionsstau vor. Das Gebäude wurde komplett saniert und im Wohnbereich erweitert. Heute bietet das Haus gerade den kleinen Kindern familienähnliche Wohnverhältnisse.

Als zweite Wohngruppe im Jugendhilfebereich ist das Haus der Wohngruppe "Höxmark" (ehemals "Knieptang") saniert und auf 10 Plätze erweitert worden.

Mit den Mitteln des Schulbaufonds des Landes S-H und der Aktion Mensch beginnt im Jahre 2007 die Sanierung und Umbau der Schulgebäude. Bis 2010 fanden mehrere Um- und Ausbaumaßnahmen statt. Nach der mehrjährigen Umbauphase konnte ab dem Jahr 2010 der Schulbetrieb wieder ohne weitere (bauliche) Einschränkungen fortgeführt werden.

2008

In diesem Jahr fanden die Umbau-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen des Hauses "Neptun" in Sudsacker (Jugendhilfebereich) statt.

Haus Ulmenhof

2009

Kauf der Wohneinrichtung "Godewind" in Neukirchen aus dem Konkursverfahren der Einrichtung. Mit dem Erwerb dieser Einrichtung wurde das Angebot an Einrichtungstypen im Verein erweitert und mit 20 neuen Plätzen ist das Arbeitsfeld "Haus Godewind" -  die Wohngruppe "Haus Godewind" für junge Menschen mit seelischer Behinderung ab jetzt ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.

Da kleine Wohngruppe für Menschen, die in der Werkstatt arbeiteten, aufgrund des veränderten Unterstützungsbedarfs nicht mehr gut zu betreuen waren. entstand in Süderbrarup eine Wohngruppe "Haus Ulmenhof" mit 32 Plätzen. Das "Haus Ulmenhof" ist in zwei Gebäude aufgeteilt. Im Hauptgebäude gibt es drei Wohngruppen, die u.a. darauf ausgerichtet sind, die bevorstehende und künftig zunehmende Pflege der Bewohner gut durchführen zu können. Im zweiten Gebäude entstanden kleine Wohnungen, ähnlich dem (Bau-)-Konzept Grauhöft II.

Die kleine Wohngruppe "Haus Uhlekuhl" wurde nach Fertigstellung der Wohngruppe "Ulmenhof" geschlossen.

2010

Erweiterung des Werkstättenbereichs um 80 Plätze in Kappeln, Mehlbydiek 26 (gegenüber der DG Kappeln). In den neuen Räumlichkeiten fanden der Elektrobereich, die Industriemontage und das Zentrallager ihr neues Zuhause. In dem ehemaligen Elektrobereich, in Mehlbydiek 17, wurde jetzt der Metallbereich untergebracht.

Im Jugendhilfebereich wurde die Wohngruppe " Karby am Ring" komplett saniert. 

2011

Sanierung des Werkstattgebäude in Mehlbydiek 21 und Umbau des hinteren Arbeitsbereichs zum Holzbereich.

Im Schwerstbehindertenbereich wurde eine neue Wohngruppe "Haus Braruphuus" mit 18 Plätzen fü Menschen mit außerordentlichem Hilfebedarf gebaut. Bei der Wohnstätte „Braruphuus“ handelt es sich um ein großes ebenerdiges Ge­bäude in Form des Buchstabens L, das zwei Wohngruppen beheimatet und sich zentral in der Gemeinde Süderbrarup befindet.

2012

Umbau des letzten alten Schulgebäudes in Sudsacker zur Wohngruppe mit 14 Plätzen im Jugendhilfebereich - "Haus Neptun II".