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Das Gremium Inklusion. Inklusion - die volle und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Inklusion: Über die Kraft einer Vision

"Inklusion" beschreibt die Gleichwertigkeit von Individuen, ohne dass dabei so genannte "Normalität" vorausgesetzt wird. Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen, vielmehr ist es die Aufgabe der Gesellschaft, Strukturen zu schaffen, in denen sich alle Personen mit ihren jeweiligen Besonderheiten einbringen können.

Wir verstehen den Begriff "Inklusion" als Leitidee, als Vision, die wir im Sinne aller Menschen, die in unserer Einrichtung leben, verfolgen. Menschen mit Schwer(st)- und Mehrfachbehinderungen verfügen nicht über die Möglichkeit zur Selbstversorgung, zeigen zum Teil massive Verhaltensstörungen, auch der Selbst- und Fremdgefährdung, und sind oft auch ohne sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten.

Wir haben den Gedanken der Inklusion aufgegriffen und arbeiten mit dem Gremium Inklusion gemeinsam daran, dass sowohl der Gesellschaft als auch den Menschen mit Schwer- und Mehrfachbehinderungen die Teilhabe und Teilgabe am Leben der Gemeinschaft ermöglicht wird. Wir orientieren uns dabei an einem Schlüsselkonzept von Inklusion, dem Konzept zum Abbau von „Barrieren für Lernen und Teilhabe". Dies besagt, dass jeder Mensch mit Barrieren konfrontiert wird. Diese können in der Person selber oder in seinem Umfeld liegen. Behinderung entsteht demnach dann, wenn Menschen durch personenbezogene Barrieren an den Rand gedrängt werden. Das Modell der Inklusion beruht auf einem unteilbaren Spektrum von individuellen Unterschieden.

Wir hoffen, auf diese Weise in einem kleinen Rahmen Umdenkprozesse einzuleiten. Die Anhänger und Anhängerinnen der Inklusion appellieren an die Verantwortung der Gesellschaft und erforschen, was die Gesellschaft braucht, um Inklusion leben zu können. Da eine Teilhabe an der Fülle des Lebens für Menschen mit schweren Behinderungen außerhalb des institutionellen Rahmens nur unter schwierigen Bedingungen machbar ist, möchten wir der Gesellschaft die Möglichkeit geben, ihre Verantwortung wahrzunehmen und in den institutionellen Rahmen hineinzutreten.

Das Gremium Inklusion

Das Gremium Inklusion setzt sich aus 15 bis 20 Menschen zusammen. Diese beteiligen sich auf empathischer Ebene am Alltag der Menschen mit Schwer- und Mehrfachbehinderung. Sie sind offen und mutig, da sie sich auf etwas Neues, auf andere Lebenswelten einlassen.

Bei der Zusammenstellung des Gremiums ist für uns wichtig, dass sich Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen und differenzierten Erfahrungshintergründen vereinen, um die Vielfältigkeit und die Mehrspektivität zu berücksichtigen.

Die Tätigkeit der Gremiumsmitglieder

  • Beteiligung: Jedes Gremiumsmitglied besucht mindestens einmal jährlich für ein paar  Stunden eine Wohngruppe. Weitere Besuche sind natürlich wünschenswert. Das Mitglied nimmt am Alltag der Menschen, die im Schwerbehindertenbereich unseres Vereins leben, teil. Diese Beteiligung sieht individuell unterschiedlich aus z. B. ein gemeinsamer Tag in der Wohngruppe, bei einem Ausflug oder bei der Teilnahme an einer öffentlichen Veranstaltung. Wir nehmen dabei auf die Möglichkeiten jedes Gremiumsmitgliedes Rücksicht. Sie bekommen von den Mitarbeitern in den Wohngruppen Unterstützung und Informationen, um ihre Tätigkeit auszuführen. Sie werden von ihnen ausschnittsweise in den Alltag eingeführt und eingebunden. Es besteht für die Gremiumsmitglieder zudem die Möglichkeit, in Absprache mit der Wohngruppe konkrete Aktivitäten anzubieten, zu er sie auch Freunde und Familienmitglieder mitbringen können.
  • Reflexion: Die Hausleitungen ermöglichen den Gremiumsmitgliedern, im Anschluss an ihre Besuche, die gemachten Erfahrungen und Erlebnisse zu reflektieren. Auf Wunsch des Gremiumsmitgliedes wird von diesem Gespräch eine Gesprächsnotiz erstellt. Anregungen der Gremiumsmitglieder werden in den Team- beziehungsweise Hausleitungssitzungen besprochen.
    Die Gremiumsmitglieder werden über die Veränderungen, die ihre Anregungen bewirkt haben, von den Hausleitern informiert.

Ziele der Arbeit des Gremiums Inklusion sollen sein:

  • die Lebensqualität der Menschen mit Schwer- und Mehrfachbehinderung, losgelöst von allen laufenden und fachlichen Beratungen sowie den gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen und Aufsichten, durch Laienberatung zusätzlich zu verbessern.

  • die Inklusion vor Ort zu fördern: durch Kontakt zu den Menschen mit Behinderung und zu den pädagogischen Betreuern und Betreuerinnen unserer Einrichtung; durch den Abbau von Fremdheit und Vorurteilen; durch Informationsaustausch, und durch die Sensibilisierung der Gesellschaft für die Situation von Menschen mit schwer(st)en Behinderungen.

  • Anstöße zum Reflektieren unserer Arbeit zu erhalten.

Unsere Vorstellung von der Zusammenarbeit mit den Gremiumsmitgliedern

Im Inklusionsprojekt haben sowohl die Gremiumsmitglieder als auch die pädagogischen Betreuer unserer Einrichtung unverzichtbare und tragende Aufgaben. Ein erfolgreiches Vorgehen bereichert beide Seiten.

Es findet ein jährlicher Erfahrungsaustausch (Inklusionszeitung) mit den Gremiumsmitgliedern, der Bereichsleitung, den Hausleitungen und der Inklusionskoordination statt. Die Ergebnisse und Inhalte dieser Sitzung werden in  einem Protokoll festgehalten.

Aufgabe der Inklusionskoordinatorin / Inklusionsverantwortlichen

Die Arbeit der Inklusionskoordinatorin, Frau Dolata, behinhaltet Aufklärung, Koordination, Organisation und die Begleitung der Ehrenamtlichen.
Wir verstehen das Konzept des Gremiums Inklusion als ein lebendiges Konzept, das offen für Weiterentwicklung ist.
Als Ansprechpartnerin für Fragen und Anregungen steht Frau Dolata gern zur Verfügung:

St. Nicolaiheim Sundsacker e.V.
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln
Mobil: 0171 / 1840982
e-mail: inklusion@st-nicolaiheim.de
gez. Julia Dolata (Inklusionsbeauftragte)