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Inhalt der Leistungen

In der Wohnstätte für Menschen mit besonderem Hilfebedarf gibt es regelmäßige pädagogische Förder-, Betreuungs- und tagestrukturierende Angebote sowie Pflegeleistungen in folgenden Bereichen:

Gesundheit

  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung bei der Übernahme der Körperhygiene
  • Pflegerische Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe
  • Gestaltung der (ggf. spezifischen) Ernährung
  • Beobachten des gesundheitlichen Befindens, der körperlichen und psychischen Entwicklung sowie des Verhaltens bei psychiatrischer Behandlung (im Hinblick auf Verhaltensänderungen)
  • genaue Verhaltensbeobachtungen im Hinblick auf psychiatrische Behandlungen und Veränderungen
  • Koordination der medizinischen und therapeutischen Behandlungen
  • Kooperation mit Haus- und Fachärzten bzw. Haus- und Fachärztinnen
  • Hilfestellung beim Akzeptieren vorhandener Einschränkungen und Grenzen, z. B. beim Umgang mit körperlichen Behinderungen und bei Auswirkungen psychiatrischer Erkrankungen

Wohnen

  • Hilfestellung beim Erlernen und Aufrechterhalten häuslicher Regeln
  • Unterstützung beim Erlernen und beim Ausbau lebenspraktischer Tätigkeiten im häuslichen Umfeld (Selbstversorgungskompetenzen z. B. Essen, Trinken, Anziehen)
  • Beistand bei der wohnlichen Gestaltung des eigenen Zimmers sowie der Gemeinschaftsräume
  • Anleitung zur Gestaltung eines Wochenrhythmus
  • Organisation und Durchführung gemeinschaftlicher Aktivitäten und Ausflüge sowie von Ferienfreizeiten und Kurzreisen im Jahresverlauf
  • Ausgestaltung persönlicher und jahreszeitlicher Feste
  • Hinführung zum Erlernen angemessenen Essverhaltens und zur Akzeptanz gesunder Ernährung
  • Assistenz beim Einkauf von Kleidungsstücken und sonstigen Gegenständen des persönlichen Bedarfs

Förderung/tagesstrukturierende Maßnahmen/Beschäftigung

Den Bewohnerinnen und Bewohnern werden tagesstruktierende Angebote gemacht, die individuell auf den einzelnen Menschen zugeschnitten und in ein Gemeinschaftsleben integriert sind.

Angestrebt ist, Menschen mit Behinderungen konzeptionell zu betreuen, zu fördern und am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu lassen. Orientierend dient dabei das „Normalisierungsprinzip". In unserer Einrichtung leben Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen unter Lebensbedingungen, die ihnen bestmöglich entsprechen.

Eine weitere Regel, die zum Tragen kommt, ist das „Zwei-Milieu-Prinzip". Dabei handelt es sich um eine Konkretisierung des „Normalisierungsprinzips" mit dem Ziel, die Lebensbereiche Wohnen und Arbeit für Menschen mit Behinderung zu trennen. Durch diese leistungsbezogene und strukturelle Trennung wird in Werkstätten und Tagesförderstätten und ähnlichen Wirkungsstätten dem Betreuungs-, Beschäftigungs- und Förderungsangebot nachgekommen.

Die Auswahl der Angebote erfolgt auf der Feststellung des individuellen Bedarfes, der regelmäßig überprüft wird.

Folgende Angebote werden erbracht:

Die Grundförderung besteht aus einer heilpädagogischen Förderung in den Bereichen

  • der lebenspraktischen Selbständigkeit im Rahmen der individuellen Möglichkeiten in Bezug auf die Selbstversorgung, An- und Ausziehen, Waschen und Duschen, Nahrungsaufnahme etc.
  • des Sozialverhaltens, insbesondere in Bezug auf den Aufbau, Erhalt und Ausbau der Gruppenfähigkeit zur Teilhabe am Leben der Gemeinschaft
  • der Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf den Tastsinn (taktiler Reiz), den Gleichgewichtssinn (vestibulare Wahrnehmung), die Körperbewegung (propriozeptive Sensibilität), den Geruchssinn (olfaktorische Wahrnehmung), den Geschmackssinn (gustatorische Wahrnehmung), den Sehsinn (visuelles Erleben) und den Hörsinn (akustisches Erleben) 
  • die Teilhabe an Aktivitäten in der Gemeinschaft nach festem Wochen- und Aktivitätenplan.

Die Neigungs- und Interessenförderung greift persönliche Vorlieben und Wünsche auf und berücksichtigt sie in einem individuellen Aktivitätenplan. Hierbei handelt es sich um Angebote aus den Bereichen

  • der Musik, Rhythmik, Psychomotorik und des Snoezelen
  • des heilpädagogischen Schwimmens und Reitens
  • der Teilnahme an Aktivitäten und Veranstaltungen des gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft/Sozialer Lebensraum

Die Begleitung, Hilfestellung und Förderung beim Erwerb praktischer Verhaltensweisen und Fähigkeiten sind für den Menschen mit Behinderung erforderlich und geeignet, die höchstmöglich erreichbare Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu erreichen. Erzielt werden dadurch:

  • lebenspraktische Fähigkeiten
  • der Erhalt und Ausbau der Mobilität, der individuellen Bedürfnisse, Neigungen und Interessen sowie der Eigeninitiative
  • die Entwicklung und der Aufbau sozialer Kompetenzen sowie die interaktive Kommunikation im Allgemeinen
  • die Kontaktgestaltung zu Angehörigen und Rechtsbetreuern beziehungsweise Rechtsbetreurinnen
  • die einfühlsame Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen
  • der Aufbau persönlicher Kontakte und Beziehungen (Freundschaften) in und außerhalb der Einrichtung
  • die Entwicklung und Durchführung von Freizeitaktivitäten mit der Wohngruppe

 Finanzen

  • Hilfestellung, Training und Förderung bei der Verwendung des Taschengeldes hinsichtlich der persönlichen Wünsche und Bedarfe
  • Bedürfnisermittlung, ggf. durch teilnehmende Beobachtung
  • stellvertretende Geschäftsbesorgungen im Beisein des Bewohners, der Bewohnerin.

Ergänzende Maßnahmen und pädagogisch-therapeutische Angebote

Die Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, und die Kinder und Jugendlichen, die aufgrund ihrer Verhaltensbesonderheiten noch nicht oder nicht in vollem Umfang beschulbar sind, besuchen am Vormittag unsere heilpädagogische Schulvorbereitungsmaßnahme im Haus Amalienburg. Hier werden sie im Bereich Wahrnehmungsförderung und Stabilisierung ihres Sozialverhaltens auf den Schulbesuch vorbereitet und in enger Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Schule sukzessiv in einen Klassenverband integriert.
Zur Vorbeugung und Korrektur von Haltungsschwächen und zur Körperwahrnehmungsförderung erhalten betroffene Bewohner physiotherapeutische Behandlungen (u. a. nach Bobath). Diese erfolgen nach ärztlicher Verordnung als Hausbehandlung oder in einer nahegelegenen Praxis. Unter anderem arbeiten wir in enger Kooperation mit einer Physiotherapiepraxis in Karby.

Zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und der Körperhaltung besteht für die Bewohner und Bewohnerinnen auch die Möglichkeit des heilpädagogischen Reitens zu nutzen, zu festen Terminen und unter fachlicher Anleitung (u. a. nach Feldenkrais) und Aufsicht auf dem vereinsinternen Reiterhof zu nutzen. Bei psychischen Besonderheiten und Störungen zusätzlich zu geistigen Behindert kann sowohl intern als auch extern auf psychologische Beratung und Begleitung zurückgegriffen werden.

Bei psychischen Besonderheiten und Störungen zusätzlich zur geistigen Behinderung kann psychologische Beratung und Begleitung in Anspruch genommen werden. In einem solchen Fall arbeitet der St. Nicolaiheim Sundsacker e. V. eng mit der Institutsambulanz der Fachklinik für Psychiatrie, dem Schleiklinikum in Schleswig, dem Verband "Hilfe für das autistische Kind" und der Beratungsstelle für Entwicklungsstörungen und Autismus.

Im Bereich "Intensiv unterstütztes Wohnen und Arbeiten" gibt es auch den regelmäßigen Einsatz eines Therapiehundes. Bei Bedarf und unter bestimmten Voraussetzungen kann dieser für die Dauer einer pädagogisch-therapeutischen Maßnahme eingesetzt werden. Ein Mitarbeiter macht mit seinem Border Collie seit einem halben Jahr eine Zusatzausbildung zum tiergestützten Therapeuten. Seit vielen Jahren schon wird der Hund nun eingesetzt und von den Bewohnern, den Bewohnerinnen sehr gut angenommen. Diese üben im Umgang mit dem Hund nicht nur ihr Sozialverhalten, sondern verbessern u. a. auch deutlich motorische und sensorische Fähigkeiten. Die Interaktion zwischen den Bewohnern, den Bewohnerinnen und dem Hund hat sich als beeindruckend erwiesen und Fortschritte sind unübersehbar.

Eine weitere Besonderheit des Schwerbehindertenbereiches sind die Andachten, die einmal monatlich auf dem Lindenhofgelände , im Sommer draußen im Sinnesgarten, gefeiert werden. Diese Andachten werden von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des "Lindenhofes", die hierzu eine spezielle Schulung durch eine Pastorin erhalten haben, organisiert und nach liturgischen Gesichtspunkten liebevoll gestaltet. Sie sind für viele Bewohner und Bewohnerinnen zu einem festen, gemeinschaftlichen Ritual geworden, welches von ihnen gerne angenommen wird. Gäste sind immer willkommen, sowohl aus anderen Wohngruppen des Vereins als auch aus der Öffentlichkeit.


Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel. 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax 0 46 42 / 91 44 - 594

Mail clamarti@st-nicolaiheim.de