St. Nicolaiheim


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Juni 2013

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Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti

Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel.: 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax: 0 46 42 / 91 44 - 594


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Inhalt der Leistungen

In der Wohnstätte für Menschen mit besonderem Hilfebedarf umfassen die regelmäßigen pädagogischen Förder-, Betreuungs- und tagesstrukturierenden Angebote sowie die Pflegeleistungen folgende Bereiche:

Gesundheit

  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung bei der Übernahme der Körperhygiene,
  • Pflegerische Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe,
  • Gestaltung der ggf. spezifischen Ernährung,
  • Beobachten des gesundheitlichen Befindens, der körperlichen und psychische Entwicklung, sowie genaue Verhaltensbeobachtungen im Hinblick auf psychiatrische Behandlungen und Veränderungen,
  • Koordination der Leistungen mit anderen Funktionsbereichen (medizinische oder therapeutischen Behandlungen),
  • Kooperation mit Haus- und Fachärzten,
  • Hilfestellung beim Erlernen der Akzeptanz vorhandener Einschränkungen und Grenzen z.B. Umgang mit körperlichen Behinderungen, Auswirklungen von psychiatrischen Erkrankungen.

Wohnen

  • Hilfestellung beim Erlernen und Aufrechterhaltung von häuslichen Regeln,
  • Unterstüzung beim Aufbau und Erlernen von lebenspraktischen Tätigkeiten im häuslichen Umfeld (Selbstversorgungskompetenzen z.B. Essen, Trinken, Anziehen),
  • Hilfen und Unterstüzung bei der Aufrechterhaltung der wohnlichen Gestaltung des eigenen Zimmers und der Gemeinschaftsräume,
  • Gestaltung eines überschaubaren Tages- und Wohnrhythmus,
  • Organisation und Durchführung gemeinschaftlicher Aktivitäten und Ausflüge, sowie Ferienfreizeiten und Kurzreisen im Jahresverlauf,
  • Ausgestaltung persönlicher und jahreszeitlicher Feste,
  • Hinführung beim Erlernen angemessenen Essverhaltens und zur Akzeptanz gesunder Ernährung,
  • Mitwirkung beim Einkauf von Kleidungsstücken und sonstigen Gegenständen des persönlichen Bedarfs. 

Förderung/ tagesstrukturierende Maßnahmen/ Beschäftigung

Die Bewohner/Innen erhalten tagesstrukturierende Angebote, die individuell auf den einzelnen behinderten Mensch zugeschnitten sind und ihn in eine Gemeinschaft integrieren. 

Der konzeptionelle Ansatz besteht darin, den behinderten Menschen im Rahmen des Normalisierungsprinzips zu betreuen, zu fördern und am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu lassen. Hierzu gehört das Zwei-Milieuprinzip, d.h. jeder Bewohner verlässt, unabhängig von der Schwere seiner Behinderung, montags bis freitags das Haus und wird in einem anderen räumlichen, sächlichen und persönlichen Rahmen betreut und gefördert. 

Die Auswahl der Angebote erfolgt auf der Feststellung des individuellen Bedarfes, der regelmäßig überprüft wird.

Folgende Angebote werden erbracht:

Die Grundförderung  besteht aus einer heilpädagogischen Förderung in den Bereichen

  • der lebenspraktischen Selbständigkeit im Rahmen der individuellen Möglichkeiten im Bezug auf die Selbstversorgung, wie an- und ausziehen, waschen und duschen, Nahrungsaufnahme etc.
  • des Sozialverhalten, insbesondere in Bezug auf den Aufbau, Erhalt und Ausbau der Gruppenfähigkeit zur Teilhabe am Leben der Gemeinschaft
  • der Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf taktile, vestibuläre, propriozeptive, olfaktorische, gustatorische, visuelle und akustische Sinnesreize,
  • die Teilhabe an Aktivitäten der Gemeinschaft nach festem Wochen- und Aktivitätenplan

Die Neigungs- und Interessenförderung greift individuelle Vorlieben und Wünsche auf und berücksichtigt sie in einem individuellen Aktivitätenplan. Hierbei handelt es sich um Angebote aus den Bereichen

  • der Musik, Rhythmik, Psychomotorik und  Snoezelen
  • des heilpädagogisches Schwimmens und Reitens
  • die Teilnahme an Aktivitäten und Veranstaltungen des gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

 Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft/ Sozialer Lebensraum

Begleitung, Hilfestellung und Förderung beim Erwerb praktischer Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die erforderlich und geeignet sind, dem behinderten Menschen, die für ihn höchst möglich erreichbare Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen

  • bei den lebenspraktischen Fähigkeiten,
  • beim Erhalt und Ausbau der eigenen Mobilität,
  • bei individuellen Bedürfnissen und persönlichen Neigungen, sowie dem Aufbau und dem Erhalt von Eigeninitiative und persönlichen Interessen,
  • beim Aufbau und der Entwicklung sozialer Kompetenzen und interaktiver Kommunikation,
  • bei der einfühlsamen Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen,
  • beim Aufbau persönlicher Kontakte und Beziehungen (Freundschaften) und bei der Kontaktgestaltung zu Angehörigen und Rechtsbetreuern,
  • bei der Entwicklung und Durchführung von Freizeitaktivitäten, kulturellen Angeboten und Umwelterfahrungen,
  • beim Fähigkeitserwerb zur Teilnahme an Außenaktivitäten der Wohngruppe und beim Aufbau und der Entwicklung möglicher Außenkontakte.

Finanzen

  • Hilfestellung, Training und Förderung bei der Verwendung des Taschengeldes hinsichtlich der persönlichen Wünsche und Bedarfe,
  • Bedürfnissermittlung ggf. durch teilnehmende Beobachtung,
  • stellvertretende Ausgabe unter Teilnahme des Bewohners. 

 

Ergänzende Maßnahmen und pädagogisch-therapeutische Angebote

Die Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, und die Kinder und Jugendlichen, die aufgrund ihrer Verhaltensbesonderheiten noch nicht oder nicht in vollem Umfang beschulbar sind, besuchen am Vormittag unsere heilpädagogische Schulvorbereitungsmaßnahme im Haus Amalienburg. Hier werden sie im Bereich Wahrnehmungsförderung und der Stabilisierung ihres Sozialverhaltens auf den Schulbesuch vorbereitet und in enger Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Schule sukzessiv in einen Klassenverband integriert.

Zur Vorbeugung und Korrektur von Haltungsschwächen und zur Körperwahrnehmungsförderung erhalten viele Bewohner physiotherapeutische Behandlungen (u.a. auch nach Bobath). Diese erfolgen nach ärztlicher Verordnung als Hausbehandlung oder in einer nahegelegenen Praxis. Unter anderem arbeiten wir in enger Kooperation mit einer Physiotherapiepraxis in Karby.

Zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und der Körperhaltung besteht für die Bewohner auch die Möglichkeit des heilpädagogischen Reitens zu festen Terminen und unter fachlicher Anleitung (u.a. nach Feldenkrais) und Aufsicht auf dem vereinsinternen Reiterhof zu nutzen.

Bei psychischen Besonderheiten und Störungen zusätzlich zur geistigen Behinderung kann sowohl intern als auch extern auf psychologische Beratung und Begleitung zurückgegriffen werden.

Bei psychischen Besonderheiten und Störungen zusätzlich zur geistigen Behinderung besteht eine intensive Zusammenarbeit bezüglich der Behandlung, Beratung und des heilpädagigisch-therapeutischen Umganges mit der Institutsambulanz der Fachklinik für Psychiatrie, dem Schleiklinikum in Schleswig, dem Verband "Hilfe für das autistische Kind" und der Beratungsstelle für Entwicklungsstörungen und Autismus.

Im Schwerbehindertenbereich gibt es den regelmäßigen Einsatz eines Therapiehundes. Bei Bedarf und Vorliegen bestimmter Verhaltensbesonderheiten kann dieser für die Dauer einer pädagogisch - therapeutischen Maßnahme eingesetzt werden. Ein Mitarbeiter und sein Border Colly befinden sich seit einem halbem Jahr in einer Zusatzausbildung zum tiergestützten Therapeuten. Seit ca. 2 Jahren wird der Hund bereits bei bestimmten Bewohnern nach einem festen pädagogisch - therapeutischen Konzept eingesetzt. Der Hund wird von den Bewohnernsehr gut angenommen. Diese üben im Umgang mit dem Hund nicht nur ihr Sozialverhalten, sondern verbessern u.a. auch deutlich motorische und sensorische Fähigkeiten. Die Interaktion zwischen den Bewohnern und dem Hund hat sich als beeindruckend erwiesen und Fortschritte sind unübersehbar.

Genauere Infos zu dieser Zusatzausbildung finden Sie hier:

www.brundirs.de

www.doglove-lingen.de

Eine weitere Besonderheit des Schwerbehindertenbereiches ist das Feiern von Andachten, die einmal monatlich auf dem Lindenhofgelände, im Sommer draußen im Sinnesgarten, stattfindet. Diese Andachten werden von Mitarbeitern des Lindenhofes, die hierzu eine spezielle Schulung durch eine Pastorin erhalten haben, organisiert und nach liturgischen Gesichtspunkten liebevoll gestaltet. Sie sind für viel Bewohner zu einem festen gemeinschaftlichen Ritual geworden, welches von ihnen gerne angenommen wird. Gäste sind immer willkommen, sowohl aus anderen Wohngruppen des Vereins, als auch aus der Öffentlichkeit.