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Zwerge / Strolche

Die Wohngruppen „Strolche“ und „Zwerge“ liegen landschaftlich eingebettet in die dörfliche Ge­meinde Winnemark im Kreis Rendsburg-Eckernförde in unmittelbarer Nähe zur Schlei und dort integriert in das Gelände der Außenstelle „Lindenhof", einer stationären Einrichtung des St. Nicolaiheimes Sundsacker e. V. für volljährige Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen. Die Kleinstadt Kappeln ist acht Kilometer entfernt.

Als stationäre heilpädagogische Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit be­sonderem Hilfebedarf bieten die „Strolche“ und „Zwerge“ zurzeit fünf bzw. vier Jungen und einem Mädchen mit Behinderung ein Zuhause. Der schwere Grad ihrer Behinderung macht es erforderlich, ihnen einen sehr kleinen, überschaubaren und begrenzten Rahmen zu bieten, der ihnen Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit bietet.

Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen ein vom Trubel der Welt abgegrenztes, weitläufiges Gelände zur Verfügung haben, in dem sie viel Platz für Bewegungsfreiheit haben. Das ist hier gegeben. Anregungen erhalten sie durch vielfältige Spielgeräte: drei Schaukeln, zwei Rutschen, eine Sandkiste, ein Kletter­häuschen, eine Hüpfspirale und ein Trampolin sind vorhanden. Um das Gelände herum liegen die Dorfstraße und die Schlei. Die Umzäunung des Geländes gewährleistet Schutz vor eigengefährdendem Weglaufverhalten. Die Außenanlage ist zum größten Teil als Sinnesgarten gestaltet. Durch dessen Laufstraßen mit unterschiedlichen Untergründen, seiner Kräuterspirale, seinem Buchenlabyrinth, dem Weidentunnel, der Wasserkaskade, dem Windrad und Klangspiel bietet der Sinnesgarten viele Anreize zur visuellen, akustischen, olfaktorischen sowie taktilen Wahrnehmung.

Strolche

Die „Strolchengruppe“ ist im Dachgeschoss der vorhandenen Lindenhofgruppen in separaten Räumlichkeiten der Einrichtung untergebracht. Sie verfügt über drei Zimmer (zwei Doppel- und ein Einzelzimmer), einen Gemeinschaftsraum mit Ess- und Wohnbereich, einen Sanitärbereich, ein Zimmer und ein Bad für die Erzieher und Erzieherinnen sowie eine Putzkammer. Eine breite Treppe führt zu den großzügigen Gruppenräumen, in denen die Kinder und Jugendlichen viel Platz für Bewegung haben.

Zwerge

Die "Zwergengruppe" befindet sich im Erdgeschoss und ist mit den dort ansässigen "Lindenhofgruppen" verbunden, jedoch über einen separaten Eingang zu errei­chen. Sie verfügt über zwei Doppelzimmer, einen Gemeinschaftsraum mit Kü­chenzeile und Büroecke, ein Bad, eine Toilette für die Erzieher und Erzieherinnensowie eine kleine Putzkammer.

Vormittags nehmen die Kinder und Jugendlichen beider Gruppen am Unterricht der dem St. Nicolaiheim Sundacker e.V. angegliederten Albert-Schweitzer-Schule in Sundsacker teil oder besuchen die vereinsinterne heilpädagogischen Schul­vorbereitungsmaßnahme, wenn sie noch nicht schulpflichtig sind oder aufgrund ihrer Verhaltensbesonderheiten reduziert beschult werden. Die Nachmittagsgestaltung der Wohngrup­pen beinhaltet sowohl Freizeitangebote als auch gezielte Fördermaßnahmen.

Jedem Kind und Jugendlichen steht eine persönliche Mitarbeiterin/ein persönlicher Mitarbeiter als Bezugsbetreuer/in zur Seite, der/die vorrangig für die Belange dieses Kindes/Jugendlichen zuständig ist, was jedoch nicht bedeutet, dass er oder sie während seiner/ihrer Arbeitszeit nicht auch die Verantwortung für jeweils alle Kinder und Jugendlichen aus der Wohngruppe trägt.

Der/die Bezugsbetreuer/in übernimmt unter anderem folgende spezielle Aufga­ben:

  • Erstellung von Entwicklungsberichten und Förderplänen
  • Planung und Durchführung von gezielten Einzel- und Freizeitaktivitäten
  • Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Zusammenarbeit mit dem zuständigen medizinischen Fachpersonal
  • Verwaltung des Bekleidungsgeldes und Anschaffung von Bekleidung
  • Anschaffung von Körperhygienemittel
  • Organisation der Geburtstagsfeier

Ziel ist, den Kindern und Jugendlichen ein familienähnliches Wohn- und Lebensumfeld sowie ein überschaubares, die Persönlichkeit förderndes und annehmendes Zuhause zu schaffen, in dem sie eine individuelle Förderung erhalten. In einem beschützenden Rahmen sollen sie Sicherheit, Stabilität und Verlässlichkeit erfahren, die sie im Hinblick auf ihre individuelle Entwicklung benötigen. Der maßgebende Erziehungsstil ist sowohl von Empathie als gleichzeitig von Konsequenz geprägt. Das heißt, zwar wird auf die Belange der Kinder und Jugendlichen eingegangen, doch das bedeutet nicht, dass Erziehungsziele aufgehoben werden.

Die Zimmer werden nach Möglichkeit den Wünschen der Kinder und Jugendlichen entsprechend gestaltet. Die Dinge, die ihnen sehr am Herzen liegen, dürfen sie gern mitbringen, um sich in ihrem zweiten Zuhause wohlzufühlen.

Der Schwerpunkt der heilpädagogischen Arbeit liegt in der Förderung der Sozial- und Handlungskompetenz der Kinder und Jugendlichen, der Erweiterung ihres Aktionsradius und der Unterstützung bei der Entwicklung einer eigenständigen und gefestigten Persönlichkeit.

Ferner werden einige Grundprinzipien unserer Arbeit vorgestellt:

Grundprinzipien unseres heilpädagogischen Handelns

Ganzheitlichkeit: Erziehung, heilpädagogische Förderung und pflegerische Hilfe finden im Rahmen der Eingliederungshilfe unter dem Grundsatz der Ganzheitlichkeit statt. Bei je­der Handlung ist das Kind als Ganzes beteiligt. Die Persönlichkeit des Kindes lässt sich nicht in einzelne Funktionsbereiche unterteilen, sondern bildet eine Einheit.

Individualisierung: Jeder Mensch ist individuell und einmalig, unabhängig von seinem Entwick­lungsstand. Die Förderung orientiert sich an den individuellen Entwicklungspo­tentialen der Kinder/Jugendlichen. Alle Maßnahmen sind auf das einzelne Kind individuell ausgerichtet. Dabei wird den Vorlieben, Wünschen und Bedürfnissen des Kindes möglichst entsprochen.

Ressourcenorientierung: Die Förderung orientiert sich an den Stärken der Kinder. Aufbauend auf ihren Fähigkeiten werden die Entwicklungspotenziale der Kinder ausgeschöpft. Das heißt, vorhandene Ressourcen werden erkannt, erhalten und weiterentwickelt.

Selbstbestimmung: Selbstbestimmung bedeutet die Möglichkeit, aber auch die Fähigkeit, selbst Ent­scheidungen treffen zu können. Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestim­mung, auch der Mensch mit Behin­derung. Dieser Grundsatz ist ein wichtiger Aspekt in unserer Arbeit. Auch wenn im Alltag oft Entscheidungen für die Kin­der/Jugendlichen getroffen werden müs­sen, sehen wir es als unsere Aufgabe an, ihnen die Freiräume für selbstbestimmtes Handeln zu gewähren, die ihnen zustehen.

Normalisierung: Das Leben der Kinder/Jugendlichen ist so normal wie möglich zu gestalten. Den Kindern/Jugendlichen mit Behinderung sollen Erfahrungen und Abläufe eines geregelten Lebens ermöglicht werden, wie:

  • ein normaler Tagesablauf, d. h. unter anderem der Besuch einer Schule, die Ein­nahme der Mahlzeiten in einem familiären Rahmen
  • ein normaler Wochenrhythmus durch das Erleben regelmäßiger und verläss­lich stattfindender Aktivitäten
  • ein normaler Jahresrhythmus durch z. B. die Teilnahme am wiederkehren­den Festen, Teilnahme an Ferienfreizeiten
  • Respekt vor dem Individuum und dessen Recht auf Selbstbestim­mung, d. h. nicht nur Wünsche, Entscheidungen zu respektieren sondern auch zu akzeptieren
  • Partizipation am Leben in der Gemeinschaft, etc.

Teilhabe: Teilhabe bedeutet, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können und in das Leben der Gemeinschaft einbezogen zu werden. Unser heilpädagogisches Han­deln ist darauf ausgerichtet, die Aufgaben der Ein­gliederungshilfe zu erfüllen, d. h. den Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft und damit verbun­den ein Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Pädagogische Maßnahmen

Psychomotorik: In der psychomotorischen Arbeit steht die ganzheitliche Entwicklung des oder der Betreffenden im Zentrum. Basierend auf der Annahme, dass Wahrnehmung und Bewegung sich gegenseitig beeinflussen, wird beides gleichermaßen gefördert.

Unterstützte Kommunikation: Da den Kindern beider Gruppen die verbale Kommunikation schwerfällt, sind sie auf Kommunikationsmittel angewiesen. Durch den Einsatz von Gebärden, Bildwortkarten sowie Symbolen bekommen die Kinder/Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Interes­sen gezielter zu äußern und erhalten dadurch mehr Selbstbestimmung.

Heilpädagogisches Reiten nach Feldenkrais: Auch das Heilpädagogische Reiten hat Auswirkungen auf die ganzheitliche Entwicklung der Betreffenden: die körperliche, emotionale, geistige und soziale Seite wird dabei gefördert. Basierend auf der Annahme, dass Wahrnehmung und Bewegung sich gegenseitig beeinflussen, wird beides gleichermaßen gefördert.

Schwimmen: Das Schwimmen ist ein fester Bestandteil in der Wochenstruktur beider Grup­pen. Im Vordergrund steht die Wassergewöhnung. Durch den regelmäßigen Schwimmbadbesuch haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit dem Wasser vertraut zu machen.

Basale Stimulation: „Basal" bedeutet „grundlegend". Der Begriff weist also darauf hin, dass die Reize, die dem oder der Betroffenen zur Wahrnehmung angeboten werden, eine Basis bilden. Stimulation meint, dass der oder die Betroffene durch die grundlegenden Reize angeregt wird. Dadurch wird dem oder der Betroffenen ermöglicht, den eigenen Körper kennenzulernen und mit der Umwelt in Kontakt zu treten.

Ausflüge: Neben den fest in die Tages- und Wochenstruktur integrierten Aktivitäten fin­den stets spontane Unternehmungen statt, wie Ausflüge in die nähere Umge­bung, Fahrten in Freizeitparks, Besuche öffentlicher Spielplätze, Teilnahme an kulturellen Angeboten der Region, Kino-, Theater- und Konzertbesuche, etc.

Ferienfreizeit: Alle Kinder der beiden Gruppen nehmen einmal im Jahr an einer fünf- bis acht­tägigen Ferienfreizeit teil. Das Reiseziel wird unter Berücksichtung der Neigun­gen der Kinder und dem Aspekt der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft be­stimmt.

Therapeutische Angebote

Alle notwendigen Therapien, wie z. B. Logopädie, Ergo- und Physiotherapie werden von externen Fachkräften niedergelassener Praxen durchgeführt, wenn entsprechende Verordnungen vorliegen.


Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel. 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax 0 46 42 / 91 44 - 594

Mail clamarti@st-nicolaiheim.de