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Haus Sonneneck

Die Gruppe „Sonneneck II“ ist ein 1997 gebautes Haus auf dem Gelände des "Ro­senhofes" in Schuby, Gemeinde Dörphof. Es bietet zehn Kin­dern und Jugend­lichen mit besonderem Hilfebedarf ein Zuhause. Das Haus besteht aus einem großen Wohnraum mit Essbereich und gemütlicher Sofaecke, einer separaten Küche, einer separaten Küche, sechs Einzel- und zwei Doppelzimmern sowie drei Bädern für die Kinder und Jugendlichen. Hinzu kommen ein Dienst­zimmer und ein kleiner Wirtschaftsraum.

Gruppenspezifische Merkmale

Aus der Gruppenkonstellation folgen besondere Merkmale für das alltägliche Zu­sammenleben:

  • Aufgrund der Altersstruktur (Kinder und Jugendliche) ergibt sich u. a. eine weitestgehend individuell anzupassende Aufstellung und Anwendung häuslicher Regeln, z. B. beim Einhalten der Mittagsruhe und dem Schlafengehen.
  • Die mit den Behinderungen in Zusammenhang stehenden Verhaltensweisen verlangen den Erzieherinnen und Erziehern eine gewisse Flexibilität im Hinblick auf getroffene Absprachen und persönliche Ansprüche der Jugendlichen ab.
  • Die psychischen Besonderheiten einzelner Kinder und Jugendlicher ma­chen neben einem erhöhten Maß an Sensibilität und Konsequenz, das Vorhandensein oder die An­eignung spezifischer Fachkenntnisse notwendig.
  • Da den Kindern und Jugendlichen nur begrenzt möglich ist, mit der Vielzahl an Reizen im Leben umzugehen, stehen die Betreuenden vor der täglichen Herausforderung, ihnen innerhalb der Akzeptanzfähigkeiten eine adäquate Wohn- und Gemütlichkeit in ihrem Zuhause anzubieten.
  • Ein fest geregelter, weitestgehend gleichbleibender und sich im steten Rhythmus wiederholender Tages- und Wochenablauf soll den Kindern und Jugendlichen eine feste Struktur, Sicherheit und Orientierung bieten.
  • Der Erziehungsstil gegenüber den Kindern und Jugendlichen erfordert ein hohes Maß an Empathie, auch in herausfordernden Situationen, und gleichzeitig die stete Umsetzung überschaubarer und angekündigter Konsequenz.

Schwerpunkte der heilpädagogischen Arbeit

Soziale Kontakte: Grundlage des Zusammenlebens in der Gruppe sind die Beziehungen der Kinder und Jugendlichen untereinander. Hierbei gilt es, ihnen einen ausreichen­den Raum zur Umsetzung ihrer verschiedenen Bedürfnisse und Fähig­keiten zu bie­ten, sowie unterstützend bzw. ausgleichend auf Konflikte in Freund­schaften und mit Fremden einzuwirken. Dabei wird besonderer Wert auf die In­teraktion der Bewohner und Bewohnerinnen untereinan­der gelegt. Die Lage der Gruppe auf dem Ro­senhofgelände gemeinsam mit drei weiteren Wohngruppen mitten im Dorf Schuby ermöglicht eine Vielzahl sozialer Kontakte. Über den Rahmen unseres Geländes hin­aus bestehen einzelne Freundschaften zu Personen in anderen Gruppen, die durch gegenseitige Besuche und Telefonate erhalten werden. In Schuby wer­den v. a. der Spielplatz und die Spazierwege in der näheren Umgebung genutzt. Darüber hinaus besuchen die Bewohner und Bewohnerinnen in Begleitung der Betreuerinnen und Betreuer öffentliche Veranstaltungen, wie z. B. Jahrmärkte, Zirkus-Gastspiele oder Stadtfeste. Eine besondere Bedeutung unter den Freizeitangeboten hat derzeit für die Kin­der und Jugendlichen eine regelmäßig stattfindende vereinsinterne Disco in ei­nem unserer Wohnheime erlangt, deren Besuch zu einer sehr geschätzten Form der Teilhabe untereinander geführt hat. Eine weitere Form der Teilhabe ist durch den intensiven Kontakt zu Eltern und Angehörigen gewährleistet, der sich bestenfalls in regelmäßigen Telefonaten, Briefkontakten oder Besuchen äußert.

Die Aufgabe der Betreuer und Betreuerinnen be­steht dabei v. a. in einer vermittelnden Rolle und ggfs. in der Hilfe­stellung bei der Verar­beitung familienbeding­ter Probleme.

Entwicklung der Individualität: Bedingt durch den unterschiedlichen Grad der geistigen Behinderung der Be­wohner und Bewohnerinnen werden individuelle Gemüts- und Willensäußerungen sehr unterschied­lich sichtbar. Neben detaillierten verbalen Darstellun­gen bezüglich Stimmungen und Wünschen treten z. T. nur durch Ver­trautheit und sensible Beobachtung er­kennbare nonverbale Signale auf. Auf diese gehen die Mitarbeiter sowohl durch regelmäßige Ange­bote, wie z. B. der Nutzung der einrichtungsinternen Sport- und Therapie­räume der Förderstätten, Entspannungseinheiten in der Förder­stätte oder individuelle Einkäufe, als auch durch entsprechende spontane Aktivi­täten ein.

Außerdem werden den Kindern und Jugendlichen immer wieder neue Angebote gemacht. So entsteht für sie die Möglichkeit, ihren Wunsch- und Fähigkeiten-Horizont zu erweitern. Zuallererst und immer wieder zwischendurch werden die Kinder und Jugendlichen allerdings dazu ermutigt, sich ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden und diese zu äußern. Die Umsetzung individuel­ler Neigungen wird sowohl durch Einzelangebote als auch durch Kleingruppen­arbeit unterstützt, was die Aufteilung und Lage des Grup­penhauses ermöglicht.

Pflegerische Aspekte: Die Bäder sind nach Geschlechtern getrennt. Zur Wahrung der Intimität sind Toiletten und Du­schen mit Trenn­wände geteilt. Grundlage aller pflegerischen Handlungen ist für die Mitarbei­ter und Mitarbeiterinnen die Überlegung, wie sie selber diese erleben wollen würden. Dabei achten sie darauf, dass die jeweilige Pflegesitu­ation ohne Hektik abläuft und dass der Pfleger oder die Pflegerin ausschließlich für den Bewohner beziehungsweise die Bewohnerin da ist. Da die Körperpflege für jeden Menschen von zentraler Bedeutung ist und ihm täglich die Möglichkeit zur Wahrnehmung des eigenen Körpers bietet, ist die größtmögliche Selbstständigkeit in der Ausführung pflegerischer Handlungen von großer Wichtigkeit. Dies be­deu­tet für einen Teil unserer Kinder und Jugendlichen, ihnen die Bedeutung der Kör­perpflege zu verdeutlichen und sie ggf. anzuleiten; für den anderen Teil heißt es, ihnen nach Möglichkeit beim Waschen die Hand zu führen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Für eine ganzheitliche Entwicklungsförderung des einzelnen Kin­des / Jugendli­chen sind umfassende Lern- und Therapieangebote notwendig, was eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gruppe, externen Thera­peuten und verschiedenen Fachärzten voraussetzt. Therapeutische Angebote, wie z. B. Logopädie, Ergo- und Physiotherapie (auf der Basis sensorischer Integration) finden bei Vorliegen ärztlicher Ver­ordnungen in niedergelassenen Praxen der näheren Umgebung statt. Auch Therapeuten und Therapeutinnen des Vereins „Hilfe für das autistische Kind" sowie gegebenenfalls die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig arbeiten bei Bedarf mit uns zusammen. Im Rahmen der schulischen Betreuung besteht die Möglichkeit zur zusätzlichen Sprachheilförderung durch eine Sprachheiltherapeutin und zur ergänzenden Physiotherapie durch Auszubildende der Schule für Physiotherapie Damp, mit der ein Kooperationsvertrag geschlossen wurde.

Elternarbeit: Ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen. Sie werden in Rahmen ihrer Mög­lichkeiten in die Arbeit mit ihren Kindern einbezogen. Wir stehen allen Eltern der in unseren Wohngruppen lebenden Kinder und Jugendlichen als Ansprech­partner und Ansprechpartnerinnen jederzeit zur Verfügung. Über einen allgemeinen telefonischen Aus­tausch hinaus finden intensive Gespräche über die Besonderheiten und Fort­schritte ihrer Kinder statt. Die Elternarbeit umfasst auch die Begleitung und Unterstützung bei Besuchen und Beurlaubungen. Die Teilnahme von An­gehöri­gen an Au­ßenaktivitäten ist gern gesehen. Der im Schwerbehindertenbereich bestehende Elternförderverein, der als Ange­hörigenbeirat fungiert, steht auch den Eltern der Kinder und Jugendlichen die­ser Gruppen zur Verfügung.


Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel. 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax 0 46 42 / 91 44 - 594

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