St. Nicolaiheim


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Juni 2013

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Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti

Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel.: 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax: 0 46 42 / 91 44 - 594


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Haus Sonneneck

Die Gruppe „Sonneneck II“ ist ein 1997 gebautes Haus auf dem Gelände des Ro­senhofes in Schuby, Gemeinde Dörphof. Es bietet bis zu elf Kin­dern und Jugend­lichen mit besonderem Hilfebedarf ein Zuhause. Das Haus besteht aus einem großen Wohnraum mit Essbereich und gemütlicher Sofaecke, einer separaten Küche, sowie zwei Doppel- und sechs Einzelzimmern und drei Bädern für die Kinder und Jugendlichen. Hinzu kommen ein Dienst­zimmer und ein kleiner Wirtschaftsraum.

Sonneneck II

Gruppenspezifische Merkmale

Aus der Gruppenkonstellation folgen besondere Merkmale des alltäglichen Zu­sammenlebens:

  • Aufgrund der Altersstruktur (Kinder und Jugendliche) ergibt sich u. a. eine weitestgehend individuell anzupassende Aufstellung und Anwendung häuslicher Regeln, z. B. beim Einhalten der Mittagsruhe und dem Zu-Bett-Gehen.
  • Die Spanne der Behinderungen erfordert eine bestimmte Flexi­bilität bezüg­lich individueller Ansprache und Ansprüche der Kinder und Jugend­lichen.
  • Die psychischen Besonderheiten einzelner Kinder und Jugendlicher  ma­chen neben einem erhöhten Maß an Sensibilität und Konsequenz die An­eignung spezifischer Fachkenntnisse notwendig.
  • Die Kinder und Jugendlichen können derzeit nur eingeschränkt mit einer Vielzahl von Rei­zen im allgemeinen Leben umgehen, d.h., es ist eine tägli­che Heraus­forderung, den Kindern und Jugendlichen innerhalb ihrer Ak­zeptanzfähigkeiten eine gewisse Wohn- und Gemütlichkeit im Haus anzu­bieten.
  • Ein fest geregelter, weitestgehend gleichbleibender und sich im steten Rhythmus wiederholender Tages- und Wochenablauf soll den Kindern und Jugendlichen eine feste Struktur, Sicherheit und Orientierung bieten.
  • Der Erziehungsstil erfordert seitens der Mitarbeiter gegenüber den Kin­dern und Jugendlichen ein hohes Maß an Empathie auch in herausfor­dernden Situationen und gleichzeitig die stete Durchsetzungsfähigkeit von überschaubarer und angekündigter Konsequenz.

 

Schwerpunkte der heilpädagogischen Arbeit

Soziale Kontakte: Grundlage des Zusammenlebens in der Gruppe sind die Beziehungen der Kinder und Jugendlichen untereinander. Hierbei gilt es, ihnen einen ausreichen­den Raum zur Umsetzung ihrer verschiedenen Bedürfnisse und Fähig­keiten zu bie­ten, sowie unterstützend bzw. ausgleichend auf biogra­phisch bedingte Freund­schaften und Konflikte einzuwirken. Dabei wird ein besonderer Wert auf die In­teraktion der Bewohner untereinan­der gelegt. Die Lage der Gruppe auf dem Ro­senhofgelände gemeinsam mit drei weiteren Wohngruppen mitten im Dorf Schuby ermöglicht eine Vielzahl sozialer Kontakte. Über den Rahmen unseres Geländes hin­aus bestehen einzelne Freundschaften in andere Gruppen, die durch gegenseitige Besuche und Telefonate erhalten werden. In Schuby wer­den v.a. der Spielplatz und die Spazierwege in der näheren Umgebung genutzt.  Darüber hinaus nehmen wir mit den Bewohnern an vielen öf­fentlichen Veranstaltungen in der Umgebung, wie z. B. Jahrmärkten, Zirkus-Gastspielen oder Stadtfesten teil. Eine besondere Bedeutung unter den Freizeitangeboten hat derzeit für die Kin­der und Jugendlichen eine regelmäßig stattfindende vereinsinterne Disco in ei­nem unserer Wohnheime erlangt, deren Besuch zu einer sehr geschätzten Form der Teilhabe untereinander geführt hat. Ein besonderes Gewicht legen wir auf die Kontaktpflege zu Eltern und Angehöri­gen der Kinder und Jugendlichen durch regelmäßige Telefo­nate, Briefkontakte sowie gegebenenfalls beiderseitige Besuche. Die Aufgabe der Betreuer/innen be­steht dabei v.a. in einer vermittelnden Rolle und ggf. Hilfe­stellung bei der Verar­beitung familienbeding­ter Probleme.

Entwicklung der Individualität: Bedingt durch den unterschiedlichen Grad der geistigen Behinderung der Be­wohner werden individuelle Gemüts- und Willensäußerungen sehr unterschied­lich sichtbar. Neben detaillierten verbalen Darstellun­gen bezüglich Stimmungen und Wünschen treten z.T. nur durch Ver­trautheit und sensible Beobachtung  er­kennbare nonverbale Signale auf. Auf diese gehen die Mitarbeiter sowohl durch regelmäßige Ange­bote, wie z. B. der Nutzung der einrichtungsinternen Sport- und Therapie­räume der Förderstätten, Entspannungseinheiten in der Förder­stätte oder individuelle Einkäufe, als auch durch entsprechende spontane Aktivi­täten ein. Au­ßerdem werden die Kinder und Jugendlichen  immer wieder mit individuell angepassten, gezielten Angeboten und Anforderungen konfrontiert, die über ihre aktuellen Wünsche und Fähigkeiten hinaus gehen. Sie werden stets ermutigt, sich  ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden und diese zu äußern. Die Umsetzung individuel­ler Neigungen wird sowohl durch Einzelangebote als auch durch Kleingruppen­arbeit unterstützt, was die Aufteilung und Lage des Grup­penhauses ermöglicht.

Pflegerische Aspekte: Die räumlichen Gegebenheiten halten eine Trennung der Bäder nach Geschlech­tern vor. Zur Wahrung der Intimität sind Toiletten und Du­schen durch Trenn­wände abgeteilt. Grundlage aller pflegerischen Handlungen ist für die Mitarbei­ter die Überlegung, wie sie selber diese erleben wollen würden. Dabei achten wir darauf, dass die jeweilige Pflegesitu­ation ohne Hektik abläuft und sie aus­schließlich für den betroffenen Bewohner da ist. Da die Körperpflege für jeden Menschen von zentraler Bedeutung ist und ihm  täglich die Möglichkeit zur Wahrnehmung des eigenen Körpers bietet, ist die größtmögliche Selbständigkeit in der Ausführung pflegerischer Handlungen von großer Wichtigkeit. Dies be­deu­tet für einen Teil unserer Bewohner, ihnen die Bedeutung der Kör­perpflege zu verdeutlichen und sie ggf. anzuleiten; für den anderen Teil heißt es, ihnen nach Möglichkeit beim Waschen die Hand zu führen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Für eine ganzheitliche Entwicklungsförderung des einzelnen Kin­des/Jugendli­chen sind umfassende Lern- und Therapieangebote notwendig, was eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Gruppe, externen Thera­peuten und verschiedenen Fachärzten voraussetzt.  Therapeutische Angebote, wie z. B. Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie (auf der Basis von sensorischer Integration) finden bei Vorliegen ärztlicher Ver­ordnungen in niedergelassenen Praxen der näheren Umgebung statt. Eine Zu­sammenarbeit besteht ggfs. zu den Therapeuten des Vereins „Hilfe für das autis­tische Kind“ sowie bei Bedarf mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schles­wig. 

Im Rahmen der schulischen Betreuung besteht die Möglichkeit zur zusätzlichen Sprachheilförderung durch eine Sprachheiltherapeutin und zur ergänzenden Physiotherapie durch Schüler der Schule für Physiotherapie Damp, zu der ein Kooperationsvertrag besteht.

Elternarbeit: Ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen. Sie werden in Rahmen ihrer Mög­lichkeiten in die Arbeit mit ihren Kindern einbezogen. Wir stehen allen Eltern, der in unseren Wohngruppen lebenden Kindern und Jugendlichen, als Ansprech­partner jederzeit zur Verfügung. Über einen allgemeinen telefonischen Aus­tausch hinaus finden intensive Gespräche über die Besonderheiten und Fort­schritte ihrer Kinder statt. Die Elternarbeit umfasst auch die Begleitung und Unterstützung bei Besuchen und Beurlaubungen. Die Teilnahme von An­gehöri­gen an Au­ßenaktivitäten ist gern gesehen. Der im Schwerbehindertenbereich bestehende Elternförderverein, der als Ange­hörigenbeirat fungiert, steht auch den Eltern der Kinder und Jugendlichen die­ser Gruppen zur Verfügung.