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Inhalt der Leistungen

Bei den Leistungen handelt es sich um Betreuungs-, Förderungs- und Assistenzleistungen bzw. um Leistungen, die an seiner statt (stellvertretend) erbracht werden. Das Leistungsangebot ist darauf ausgerichtet, die Kinder und Jugendlichen mit besonderem Hilfebedarf entsprechend ihrem individuellen Bedarf und im Hinblick auf die Zielsetzung ihrer Hilfen zu fördern, zu betreuen und zu pflegen. Dabei ist das Wirken der heilpädagogischen Einrichtung auf die Gesamtpersönlichkeit und die Individualität, sowie auf die Fähigkeiten, Entwicklungspotenziale und Bedürfnisse der einzelnen Kinder und Jugendlichen ausgerichtet. Im Vordergrund des Hilfebedarfs steht die umfangreiche heilpädagogische Betreuung und Förderung, die die erforderliche pflegerische Leistung im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes vgl. § 53 Abs. 3 SGB XII einschließt. Die behinderten Kinder und Jugendlichen sind umfassend auf intensive Hilfen in Form von vollständiger Übernahme, stellvertretender Ausführung begleitender, fördernder und unterstützender Anleitung sowie permanenter Beaufsichtigung bei der individuellen Grundversorgung und Grundpflege, den alltäglichen lebenspraktischen Verrichtungen, dem Leben in der Kleingruppe, der Kommunikation, dem Spielverhalten und den Gemeinschafts- und Einzelaktivitäten angewiesen.

Die umfassende Intensität der Leistungen dieses Hilfebedarfes erfordert eine hohe personelle Betreuungsdichte, die ihre Notwendigkeit in den Verschiedenheiten und Besonderheiten der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen findet.

Die heilpädagogische Einrichtung bietet Maßnahmen zum Erlernen praktischer Fähigkeiten und Verhaltensweisen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft durch ganzheitliche Förderung der kognitiven, lebenspraktischen, kommunikativen, senso- und psychomotorischen und sozial emotionalen Kompetenzen.

Die heilpädagogische Einrichtung bietet ein möglichst breit differenziertes Spektrum von Angeboten, um der Art und Schwere der Behinderung, der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeit sowie den Neigungen der Kinder und Jugendlichen soweit wie möglich Rechnung zu tragen. Dabei erfordert die besondere Lebenslage dieses Personenkreises, die jeweils spezifischen Eigenheiten des Einzelnen zu erfassen. Die Förderung orientiert sich an den individuellen Entwicklungspotenzialen.

Das Leistungsangebot ist darauf ausgerichtet, schwerstmehrfach behinderte Kinder und Jugendliche entsprechend dem notwendigen Hilfebedarf personen- und sachgerecht zu fördern und zu betreuen. Leitfaden für die konkrete Ausgestaltung der jeweiligen Ziele und Maßnahmen ist der individuell abgestimmte Betreuungs- und Förderplan.

Die heilpädagogische Einrichtung schafft eine annehmende, entwicklungs- und persönlichkeitsfördernde Atmosphäre in der Wohngruppe, die Geborgenheit und Sicherheit vermittelt, emotionale Zuwendung gibt und die individuelle Integration und Förderung ermöglicht.

Die angewandten Methoden sind abgestimmt auf die individuelle Hilfeplanung. In der Teilhabeförderung kommen vielfältige pädagogische Methoden zum Einsatz, wie z.B.:

  • Basale Stimulation,
  • Sensorische Integration,
  • Psychomotorik,
  • TEACCH und Unterstützende Kommunikation,
  • Bezugsbetreuersystem,
  • Elemente der Montessori-Pädagogik,
  • Ansätze nach Bobath und Feldenkrais zur Förderung der Wahrnehmung,
  • Verhaltenspädagogische Ansätze,
  • Deeskalationstrainings.

Die o. g. pädagogischen Methoden werden sowohl in der Gruppen-, Kleingruppenarbeit als auch in der Einzelförderung angewandt. 

Die regelmäßigen pädagogischen Förder- und Betreuungsangebote und Pflegeleistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe werden in folgenden Lebensbereichen erbracht:

  • Gesundheit
  • Wohnen
  • Förderung / Erziehung
  • Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft / Soziales Lebensraum

Die Leistungsinhalte ergeben sich aus der nachfolgenden Darstellung:

Gesundheit

  • Beobachten des gesundheitlichen Befindens, der körperlichen und psychischen Entwicklung
  • Gestaltung der gegebenenfalls spezifischen Ernährung
  • Kooperation mit Haus- und Fachärzten
  • Koordination der Leistungen mit anderen Funktionsbereichen (wie medizinischen oder therapeutischen Behandlungen), u.a. Überwachung und Unterstützung bei der Durchführung ärztlicher Anordnungen, einschließlich Arztbesuchen
  • Begleitung bei Krankenhausaufnahmen und -Entlassungen
  • genaue Verhaltensbeobachtungen im Hinblick auf psychiatrische Behandlungen und Veränderungen
  • Pflegerische Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfeeinrichtung Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung bei der Übernahme der Körperhygiene
  • Hilfestellung beim Erlernen der Akzeptanz vorhandener Einschränkungen und Grenzen z.B. Umgang mit körperlichen Behinderungen, Auswirkungen von psychiatrischen Erkrankungen

Wohnen

  • Hinführung zur Akzeptanz von Wohnlichkeit,
  • Hilfestellung beim Erlernen elementarer häuslicher Regeln,
  • Unterstützung beim Aufbau und Erlernen von lebenspraktischen Tätigkeiten im häuslichen Umfeld,
  • Hilfen und Unterstützung beim Erlernen der wohnlichen Gestaltung des eigenen Zimmers und der Gemeinschaftsräume
  • Bereitstellung und Hinführung zur Akzeptanz kindgerechter Ernährung (im Bedarfsfall vegetarisch, Diät ,kulturellen Besonderheiten und Beachtung von Lebensmittelunverträglichkeiten) unter Berücksichtigung des individuellen Ernährungsbedarfs und der Bedürfnisorientierung
  • individuelle Nahrungsaufbereitung und Hinreichung (Zerkleinern, Pürieren, Füttern etc.)
  • Zuführung ärztlich verordneter und beigestellter enteraler Ernährung
  • Hinführung beim Erlernen angemessenen Essverhaltens
  • Reinigung und Pflege des Wohnraumes, der sanitären Anlagen und der Gemeinschaftsräume sowie der persönlichen Wäsche durch angestelltes Reinigungspersonal
  • Instandhaltung und Pflege des Gebäudes, des Grundstückes der Außenanlagen und Spielgeräte durch eigenes technisches Personal bzw. Fremdfirmen
  • Reinigung der Flachwäsche durch eine ortsansässige Wäscherei
  • Übernahme des Einkaufs von Kleidungsstücken und sonstigen Gegenständen des persönlichen Bedarfs unter Beteiligung und Teilnahme des Kindes/Jugendlichen im Rahmen seiner Möglichkeiten
  • Bereitstellungen von Fahr- und Begleitdiensten

Förderung / Erziehung

Die Förderung und Erziehung erfolgt in Form von Begleitung, Hilfestellung, Training, Anleitung und situationsbedingter Übernahme von Tätigkeiten in den Bereichen:

  • Der Körperhygiene, der Ernährung und dem An- und Auskleiden,
  • der lebenspraktischen Fähigkeiten,
  • der motorischen Fähigkeiten,
  • der kognitiven Fähigkeiten,
  • der sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten,
  • der spielerischen Fähigkeiten,
  • der individuellen Bedürfnisse und persönlichen Neigungen sowie der Aufbau und Erhalt von Eigeninitiative
  • der Bewältigung von emotionalen und sozialen Stimmungen sowie beim Abbau und der Eingrenzung von eigen- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen
  • der Abbau und der Eingrenzung von Auto- und/oder Fremdaggressionen,
  • der Wahrnehmung durch Sinnesanregungen,
  • der Steigerung der Belastbarkeit gegenüber Fremdreizen,
  • des Abbaus bzw. der Reduzierung von ritualisiertem Zwangsverhalten und Stereotypien,
  • des Erlernens, des Ausbaus und dem Erhalt von Konzentration, Ausdauer und Kreativität.

Erfolgreiche Interventionen und Entwicklungen entstehen immer aus unterschiedlichen pädagogisch-therapeutischen Ansätzen und Konzepten.

Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft / Sozialer Lebensraum

  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim Erwerb praktischer Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die erforderlich und geeignet sind, Kindern und Jugendlichen die für sie erreichbare Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen
  • Anleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim Erlernen der kommunikativer Fähigkeiten durch Unterstütze Kommunikation (UK) in Form von Bildkarten, Talkern, Gebärden, Mimik und Gestik
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim Erlernen der Akzeptanz eines geregelten Tagesablaufs und dem Einhalten des Tag-/Nachtrhythmus
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim eigenen Einleben und dem Einleben von neuen Kindern und Jugendlichen sowie der gegenseitigen Rücksichtnahme in der Gruppe
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim Aufbau und der Entwicklung sozialer Kompetenzen und interaktiver Kommunikation
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung bei der Akzeptanz menschlicher, sächlicher und räumlicher Lebensumgebung
  • Einfühlsame Zusammenarbeit mit Eltern, die aufgrund ihrer persönlichen Situation einen hohen Kommunikations- und Mitgestaltungsbedarf haben
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim Aufbau persönlicher Kontakte und Beziehungen (Freundschaften) und bei der Kontakt- und Beziehungsgestaltung zu den Eltern, Geschwistern und anderen zu Angehörigen
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung bei der Entwicklung und Durchführung von Freizeitaktivitäten, kulturellen Angeboten und Umwelterfahrungen
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung beim Fähigkeitserwerb zur Teilnahme an Außenaktivitäten der Wohngruppe und beim Aufbau und der Entwicklung möglicher Außenkontakte
  • Hilfestellung, Training und Förderung beim Fähigkeitserwerb zur Teilnahme am Schulbesuch über eine heilpädagogische Schulvorbereitungsmaßnahme hinaus
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen durch den Inklusionsbeauftragten

Darüber hinaus werden Bestrebungen unternommen, die Öffentlichkeit für die Bedarfe der Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren. Koordinator oder Koordinatorin dieser Bemühungen ist der oder die Inklusionsbeauftragte.

Finanzen

  • Hilfestellung, Training und Förderung bei der Verwendung des Taschengeldes hinsichtlich der persönlichen Wünsche und Bedarfe,
  • Erledigung notwendiger Einkäufe wie Kleidung und sonstige Gegenstände des persönlichen Bedarfs.

Ergänzende Maßnahmen und pädagogisch-therapeutische Angebote

Zur Vorbeugung und Korrektur von Haltungsschwächen und zur Körperwahrnehmungsförderung erhalten die Kinder und Jugendlichen physiotherapeutische Behandlungen (u. a. nach Bobath). Diese erfolgen nach ärztlicher Verordnung als Hausbehandlung oder in einer nahegelegenen Praxis. Unter anderem arbeiten wir in enger Kooperation mit einer Physiotherapiepraxis in Karby.

Zusätzlich steht es den Kindern und Jugendlichen offen, sich von Schülern und Schülerinnen im 3. Ausbildungsjahr behandeln zu lassen, denn der Verein hat einen Kooperationsvertrag mit der Physiotherapieschule in Damp geschlossen. Die dortige Behandlung findet unter Aufsicht der Lehrerin und entsprechend dem vorgegebenen Behandlungskonzept statt.

Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten machen eine Sprachtherapie bei einer Logopädin.

Für Kinder, die ihre Körperwahrnehmung und -haltung trainieren müssen, gibt es beispielsweise die Möglichkeit, das mittels Heilpädagogischen Reitens zu tun. Das findet auf dem vereinsinternen Reiterhof sowie zu festen Zeiten und ebenfalls unter fachlicher Anleitung (a. u. nach Feldenkrais) statt. 

Wenn Menschen zusätzlich zu ihrer geistigen Behinderung unter psychischen Problemen oder Störungen leiden, haben auch sie die Möglichkeit, auf das Angebot einer psychologischen Beratung (sowohl intern als auch extern) zurückzukommen. Überdies werden sie je nach Bedarf oder auf Wunsch dorthin begleitet.

In diesem Fall kooperieren die betreffenden Akteure/Akteurinnen intensiv miteinander, das heißt die Behandelnden, die Beratenden, die Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie, das Schlei-Klinikum in Schleswig, der Verband "Hilfe für das autistische Kind" und die Beratungsstelle für Entwicklungsstörungen und Autismus.


Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel. 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax 0 46 42 / 91 44 - 594

Mail clamarti@st-nicolaiheim.de