St. Nicolaiheim


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Mai 2013

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Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti

Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel.: 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax: 0 46 42 / 91 44 - 594


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Inhalt der Leistungen

Das Leistungsangebot der Wohnstätte für Menschen mit außerordentlichem Hilfebedarf ist darauf ausgerichtetm, den behinderten Menschen entsprechend dem individuellen Bedarf im Hinblick auf die Zielsetzung der Hilfen zu fördern, zu betreuen und zu pflegen. Dabei ist das Wirken der Wohnstätte auf die Gesamtpersönlichkeit und die Individualität sowie auf die Bedürfnisse des einzelnen behinderten Menschen ausgerichtet. Im Vordergrund des Hilfebedarfs steht die umfangreiche heilpädagogische Betreuung und Förderung, die die erforderliche pflegerische Leistung im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes - vgl. § 53 Abs. 3 SGB XII - einschließt. Die behinderten Menschen sind umfassend auf intensive Hilfen in Form von vollständiger Übernahme, stellvertretender Ausführung, begleitender und unterstützender Anleitung und permanenter Beaufsichtigung bei der individuellen Grundversorgung und Grundpflege, den alltäglichen lebenspraktischen Verrichtungen, der Tagesstrukturierung, dem Leben in der Gruppengemeinschaft, der Kommunikation und den Gemeinschafts- und Einzelaktivitäten angewiesen.

Die Wohnstätte bietet Maßnahmen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fertigkeiten zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Dafür wird ein breit differenziertes Spektrum von Angeboten vorgehalten, um der Art und Schwere der Behinderung, der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeit sowie der Neigung der Menschen Rechnung zu tragen. Dabei erfordert die besondere Lebenslage dieses Personenkreises, die jeweils spezifischen Eigenheiten des Einzelnen zu erfassen. Die Förderung orientiert sich an den individuellen Entwicklungspotenzialen.

Die Angebote umfassen qualifizierte Hilfe-, Unterstützungs-, Begleitungs- und Beaufsichtigungsmaßnahmen. Leitfaden für die konkrete Ausgestaltung der jeweiligen Ziele und Maßnahmen ist der individuell abgestimmte Förder- und Hilfeplan. Die Betreuungs-, Förder- und Hilfeplanung wird regelmäßig überprüft, kontrolliert und weiterentwickelt.

Die regelmäßigen pädagogischen Förder-, Betreuungs- und tagesstrukturierenden Angebote sowie die Pflegeleistungen umfassen folgende Bereiche:

 

Gesundheit

  • Beobachten des gesundheitlichen Befindes, der körperlichen und psychischen Entwicklung,
  • genaue Verhaltensbeobachtungen im Hinblick auf psychiatrische Behandlungen und Veränderungen,
  • Begleitung, Hilfestellung, Training und Förderung bei der Übernahme der Körperhygiene,
  • Pflegerische Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe,
  • Koordination der Leistungen mit anderen Funktionsbereichen (wie medizinischen oder therapeutischen Behandlungen), u.a. Überwachung und Unterstüzung bei der Durchführung ärzlicher Anordnungen, einschließlich Arztbesuchen,
  • Kooperation mit Haus- und Fachärzten,
  • Gestaltung der ggf. spezifischen Ernährung,
  • Hilfestellung beim Erlernen der Akzeptanz vorhandener Einschränkungen und Grenzen z.B. Umgang mit körperlichen Behinderungen, Auswirkungen von psychischen Erkrankungen.

 

 

Wohnen

  • Hinführung zur Akzeptanz von Wohnlichkeit,
  • Hilfestellung beim Erlernen elementarer häuslicher Regeln,
  • Unterstützen beim Aufbau und Erlernen von lebenspraktischen Tätigkeiten im häuslichen Umfeld,
  • Hilfen und Unterstüzung beim Erlernen der wohnlichen Gestaltung des eigenen Zimmers und der Gemeinschaftsräume,
  • Gestaltung eines regelmäßigen, möglichst gleichbleibenden, überschaubaren Tages- und Wochenrhythmus mit wieder erkennbaren Inhalten,
  • Organisation und Durchführung gemeinschaftlicher Aktivitäten und Ausflüge, sowie Ferienfreizeiten und Kurzreisen im Jahresverlauf,
  • Ausgestaltung persönlicher und jahreszeitlicher Feste,
  • Hinführen zur Akzeptanz gesunder und bedarfsgerechter Ernährung, sowie individuelle Nahrungaufbereitung und Hinreichung,
  • Übernahme des Einkaufs von Kleidungsstücken und sonstigen Gegenständen des peersönlichen Bedarfs unter Beteiligung und Teilnahme des Menschen mit Behinderung im Rahmen seiner Möglichkeiten.

 

Förderung/ tagesstrukturierende Maßnahmen/ Beschäftigung

Die Bewohner erhalten tagesstrukturierende Angebote, die individuell auf den einzelnen Hilfeempfänger zugeschnitten sind und ihn in die Gemeinschaft integrieren.

Der konzeptionelle Ansatz ist den behinderten Menschen im Rahmen des Normalisierungsprinzips zu betreuen, zu fördern und am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu lassen. Hierzu gehört das Zwei-Milieuprinzip, d.h. jeder Bewohner verlässt, unabhängig von der Schwere seiner Behinderung, montags bis freitags das Haus und wird in einem anderen räumlichen, sachlichen und persönlichen Rahmen betreut und gefördert. 

Die Auswahl der Angebote erfolgt auf der Feststellung des individuellen Bedarfes, der regelmäßig überprüft wird. 

Folgende Angebote werden erbracht:

Die heilpädagogischen Förderung wird vorranging in den Bereichen Sozialverhalten und Wahrnehmung geleistet. Das Sozialverhalten wird nach pädagogisch-therapeutischen Methoden sehr konsequent und gleichbleibend trainiert. Ein festes täglich wiederkehrendes Verhaltenstraining gibt den behinderten Menschen Halt und Orientierung.

Die Wahrnehmungsförderung findet im taktilen, vestibularen, propriozeptiven, olfaktorischen, gustatorischen, visuellen und akustischen Bereich statt und beinhaltet u.a.:

  • Musik- und Klangangebote
  • Geruchs- und Geschmacksangebote
  • Psychomotorik (Airtramp, schiefe Ebene, Rollbrett, Sandwichmatte, Schaukel)
  • Snoezelen (Kugelbad, Pränatalraum, Schwarzlichtraum, Resonanzboden)
  • Bewegungsförderung (Therapiebad)
  • Körperwahrnehmungsförderung (Basale Stimulation)

 

Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft / Sozialer Lebensraum

Begleitung, Hilfestellung und Förderung beim Erwerb praktischer Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die erforderlich und geeignet sind, dem behinderten Menschen, die für ihn höchst möglich erreichbare Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen:

  • bei den individuellen Bedürfnissen und persönlichen Neigungen sowie dem Aufbau und dem Erhalt von Eigeninitiative,
  • bei der Bewältigung von emotionalen und sozialen Stimmungen, sowie beim Abbau und der Eingrenzung von eigenen- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen,
  • bei der Wahrnehmung durch Sinnesanregungen,
  • bei der Steigerung der Belastbarkeit gegenüber Fremdreizen,
  • bei dem Abbau bzw. der Reduzierung von ritualisiertem Zwangsverhalten und Stereotypien,
  • beim Erlernen kommunikativer Fähigkeiten durch Unterstützte Kommunikation in Form von Bildkarten, Talkern, Gebärden, Mimik und Gestik,
  • beim Aufbau und der Entwicklung sozialer Kompetenzen und interaktiver Kommunikation,
  • bei der einfühlsamen Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen, die aufgrund ihrer psychisch hoch belastenden persönlichen Situation einen hohen Kommunikations- und Mitgestaltungsbedarf haben,
  • beim Aufbau persönlicher Kontakte und Beziehungen (Freundschaften) und bei der Kontaktgestaltung zu Angehörigen und Rechtsbetreuern,
  • bei der Entwicklung und Durchführung von Freizeitaktivitten, kulturellen Angeboten und Umwelterfahrungen.

 

 Finanzen

  • Hilfestellung, Training und Förderung bei der Verwendung des taschenengeldes hinsichtlich der persönlichen Wünsche und Bedarfe,
  • Bedürfnisermittlung ggf. durch teilnehmende Beobachtung und stellvertretende Ausgabe.

 

Ergänzende Maßnahmen und pädagogisch-therapeutische Angebote

Zur Vorbeugung und Korrektur von Haltungsschwächen und zur Körperwahrnehmungsförderung erhalten viele Bewohner physiotherapeutische Behandlungen (u.a. nach Bobath). Diese erfolgen nach ärztlicher Verordnung als Hausbehandlung oder in einer nahegelegenen Praxis. Unter anderem arbeiten wir in enger Kooperation mit einer Physiotherapiepraxis in Karby.

Zur Verbesserung der Körperwahrnemung und der Körperhaltung besteht für die Bewohner auch die Möglichkeit des heilpädagogischen Reitens zu festen Terminen und unter fachlicher Anleitung (u.a. nach Feldenkrais) und Aufsicht auf dem vereinsinternen Reiterhof zu nutzen.

Bei psychischen Besonderheiten und Störungen zusätzlich zur geistigen Behinderung besteht eine intensive Zusammenarbeit bezüglich der Behandlung, Beratung und des heilpädagogisch-therapeutischen Umganges mit der Institutsambulanz der Fachklinik für Psychiatrie, dem Schleiklinikum in Schleswig, dem Verband "Hilfe für das autistische Kind" und der Beratungsstelle für Entwicklungsstörungen und Autismus.

Ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, Rechtsbetreuern und Angehörigen der Bewohner. Sie werden in die Arbeit mit einbezogen. Der im Schwerbehindertenbereich bestehende Elternförderverein, der als Angehörigenbeirat fungiert, steht auch den Angehörigen dieser Wohnstätte zur Verfügung.