Navigation





Lindenhof

Die Wohnstätte "Lindenhof" befindet sich am Ufer der Schlei in der Landschaft Schwansen im Kreises Rendsburg-Eckernförde. Die Einrichtung gehört - politisch betrachtet - zum Wahlkreis Winnemark und kirchlich gesehen zur Gemeinde Karby.

Das Gelände der Wohnstätte bietet einen wunderschönen Blick auf die Schlei.

In drei Wohngruppen leben jeweils zehn Bewohner beiderlei Geschlechts. Der Wohnraum insgesamt ist aufgeteilt in Gruppenräume und Schlafräume und jeweils einen großen Aufenthalts- und Speiseraum, einen behindertengerechten Sanitärbereich und eine Küche. Die Wohngruppen sind räumlich miteinander verbunden, verfügen aber über separate Eingänge.

Die täglichen Förderungen im Rahmen der Tagesstrukturierung finden in Gebäuden statt, die über Wege in den Außenanlagen leicht zu erreichen sind, aber baulich keine Verbindung zu den Wohngruppen haben. Diese Gebäuden sind ebenfalls mit behindertengerechten Sanitärräumen und Küchen, zusätzlich jedoch mit Funktionsräumen ausgestattet: Für Psychomotorik und Gymnastik, Kreativitätsaktivitäten und zum Rückzug und zu Entspannungsübungen.

Die weitläufigen Außenanlagen sind zum größten Teil als Sinnesgarten gestaltet mit visuellen, akustischen, taktilen und olfaktorischen Anreizen, die durch die Laufstraße mit ihren unterschiedlichen Untergründen, die Kräuterspirale, das Buchenlabyrinth, den Weidentunnel, die Wasserkaskade, das Windrad und das Klangspiel ausgelöst werden.

Außer dem Sinnengarten gibt es noch einen Pavillon, der in der warmen Jahreszeit für Andachten, Zusammenkünfte, kleine Feiern und als Wetterschutz genutzt wird.

Als Einrichtung der Eingliederungshilfe gehen wir davon aus, dass Menschen ohne Ausnahme und jeder Situation entwicklungsfähig sind.

Deshalb sind für uns folgende Prinzipien in der Förderung grundlegend:

1. Prinzip der Individualität: Bei unserer Arbeit orientieren wir uns an den spezifischen Bedingungen und Bedürfnissen des Menschen mit Behinderung und nicht an routinemäßigen Standardpro­grammen.

2. Prinzip der Veränderbarkeit: Ausgehend von der Entwicklungsfähigkeit des Menschen orientiert sich die Förderung und die damit zusammenhängende Planung an den veränderbaren Merkmalen. Intelligenz ist ein relativ stabiler und veränderungsresistenter Faktor, Verhal­tensweisen lassen sich dagegen beeinflussen und ändern.

3. Prinzip der Ressourcenorientierung: Die Förderung orientiert sich an den Kompetenzen und Ressourcen des Menschen, nicht an seinen Defiziten.

4. Prinzip der Flexibilität: Optimale Förderung ist das Ziel aller pädagogischen Planung. Sie basiert auf genauem Beobachten und fachgerechtem Bewerten (Evaluation). Diese Instrumentarien dienen der Modifikation, der Schwerpunktverlagerung und gegebenenfalls Erweiterung der zu realisierenden Fördermaßnahmen.

Ziel aller fördernden Bemühungen ist wiederum ein Optimum an sozialer Teilhabe. Teilhabe ist dabei als ein Prozess zu verstehen, dessen Dynamik aus der wechselseitigen Beeinflussung zwischen In­dividuum und Gesellschaft entsteht. Aufgabe aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist es, gesellschaftliche Teil­habe zu ermöglichen und zu begleiten. Zu dieser Begleitung gehört auch immer, Menschen mit Behinderung in einer Weise zu fördern, die es ihnen ermöglicht, in optimaler Weise an den gesellschaftlichen Ressourcen zu partizipieren. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind angehalten, die Förderung und Teilhabe stets respektvoll durchzuführen.

Gegenstand der Förderung ist die psychische und soziale Kompetenz des Menschen mit Behinderung, die in folgenden Bereichen entwickelt wird:

1. Kognition (Erkenntnis)

2. sprachliche Kompetenzen

3. Motorik

4. Perzeption (Wahrnehmung)

5. Emotionen  

So normal wie möglich, so besonders wie unbedingt nötig

Zeitliche Abläufe können auch von Menschen mit schwerster Behinderung erfasst werden und Regelmäßigkeit wirkt orientierend in einer unübersichtlichen Welt. Überschaubare und sich immer wiederholende Strukturen wirken beruhigend und Sicherheit vermittelnd.

Es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass zeitliche Normalisierung, also die Anpassung an gesellschaftlich übliche Zeitabläufe, nicht immer bequem und das scheinbar Naheliegende ist. Sie ist aber der Preis, der für die Inklusion in die Gesellschaft zu zahlen ist und sie ist ebenso Orientierungshilfe in einer komplexen Umwelt.

Im Tagesablauf lässt sich Normalisierung durch die Vorgabe einer überschaubaren Struktur erreichen. Der Bewohner oder die Bewohnerin besucht täglich die Förderstätte bzw. die tagesstrukturierende Maß­nahme. Die Mahlzeiten, an denen grundsätzlich alle Bewohner und Bewohnerinnen einer Gruppe gemeinsam teil­nehmen, der räumliche Wechsel zur Tagesförderstätte, die regelmäßig stattfindenden Aktivi­täten und der Morgenkreis sind immer wiederkehrende Abläufe, die an der gesellschaftlichen Norm orientiert sind.

Die Woche lässt sich durch kleine Rituale, die auch der schwerstbehinderte Mensch nachvoll­ziehen kann, und das Erleben regelmäßiger und verlässlich stattfindender Aktivitäten struktu­rieren. Durch die am ersten Freitag im Monat stattfindende Monatsandacht, die mit einem gemeinsamen Essen ausklingt, und den Besuch der Diskothek in Kiel, die immer am dritten Dienstag des Monats stattfindet, ist die Zeiteinheit „Monat" erkennbar.

Die Zeiteinheit „Jahr" ist wiederum durch Feiertage und die Teilnahme an Ferienfreizeiten erfahrbar.

Das lässt sich auch auf die gesamte Lebenszeit übertragen: Stets wird auf altersgerechte Förderung geachtet, die auch die Freizeitgestaltung einbezieht. Dazu zählt auch die Biographiearbeit. Sie hat einen festen Platz in der pädagogischen Arbeit und dient, neben der Aktualisierung, oft der Bewusstmachung der eigenen Lebenserfahrung.

In der täglichen Arbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten, Menschen "das Ge­fühl der Unverwechselbarkeit" zu vermitteln: das jeweils eigene Körperpflegemittel, die modische Frisur, das Eingehen auf Vorlieben bei der Bekleidung, die weitgehende Einbeziehung in die Regelung persönlicher Angelegenheiten durch die Etablierung einer Bezugsbetreuung.

Individualisierung heißt auch, dass Freizeitaktivitäten in einer kleinen Gruppe oder beziehungsweise Einzelner erlebt werden können. In allen Gruppen ist daher mindestens eine Freizeitaktivität als indivi­duelles, auf die besonderen Vorlieben des Bewohners beziehungsweise der Bewohnerin ausgerichtetes wöchentlich stattfinden­des Erlebnis konzipiert.

Zur Sicherung von Individualität gehört auch, den Menschen mit Behinderung in seiner beziehungsweise ihrer Rolle als Familienmitglied zu respektieren. Eltern- und Angehörigenarbeit ist daher ein wichtiger Aspekt der Arbeit.


Ihr Ansprechpartner

Bereichsleitung
Frau Lamarti
Mehlbydiek 23
24376 Kappeln

Tel. 0 46 42 / 91 44 - 470
Fax 0 46 42 / 91 44 - 594

Mail clamarti@st-nicolaiheim.de