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Betreuungsverband Haus Schwansen

1. Örtliche Lage und räumliche Ausgestaltung

Der Betreuungsverbund „Haus Schwansen" besteht aus verschiedenen Wohnsituationen mit insgesamt 20 vollstationären Plätzen für Jugendliche und junge Erwachsene, die alle in der dörflichen Gemeinde Schuby-Dörphof liegen. 

Im Einzelnen gehören zum Betreuungsverbund:

  1. Die Wohngruppe Tannenhof mit 7 Plätzen in Einzelzimmern, davon 5 im Obergeschoss und 2 im Erdgeschoss. Darüber hinaus sind ein geräumiger Gemeinschaftsraum mit Büroecke, eine Wohnküche, ein Schlafzimmer mit Sanitäre für die Nachtbereitschaft, ein ausgebauter Keller mit Hauswirtschafts- und Wäscheraum, sowie 3x Sanitäre mit Bad/Dusche/WC vorhanden. Zum Tannenhof gehören zudem ein großer Garten und eine Terrasse. 
  2. Die Wohngemeinschaft Dörphof in unmittelbarer Nachbarschaft mit 4 Plätzen in Einzelzimmern. Die Räumlichkeiten wurden 2009 komplett renoviert und ausgebaut. Zur WG gehören eine Küche, ein Essraum, ein weiterer Gemeinschaftsraum, 2 Sanitäre mit Dusche/WC sowie ein großer Garten und ein großer Keller.
  3. In unmittelbarer Nähe zum Tannenhof sind 4 Wohnungen angemietet, die jeweils einen Platz bieten. Die Wohnungen bestehen aus 2 Zimmern, Küche, Flur und Sanitäre.
  4. 1 Wohnung, ebenfalls in der Nähe, bietet 1 Platz, besteht aus 2 Zimmern, einer Küche und einer Sanitäre.
  5. Die Wohngruppe Rosenhof 2 mit 5 Plätzen in Einzelzimmern. Das Gebäude liegt ca. einen Kilometer von der Gruppe Tannenhof entfernt auf einem großen zum St. Nicolaiheim Sundsacker gehörenden Gelände mit den gruppenübergreifend angebotenen Elternapartments für Besuchsmöglichkeiten sowie vier Gruppen, die zum Schwerbehindertenbereich gehören. Im Obergeschoss des Wohnhauses Rosenhof 2 befinden sich vier, im Erdgeschoss ein Einzelzimmer. Darüber hinaus sind eine Küche, ein Essraum, ein geräumiges Wohnzimmer mit Büroecke, ein Schlafzimmer mit Sanitäre für die Nachtbereitschaft, ein großer Keller sowie drei Sanitäre mit Duschbad/Vollbad/WC vorhanden. Zum Haus gehört eine große Terrasse.

Die Gemeinden Schuby-Dörphof sowie Karby gehen ineinander über. Karby verfügt über eine gute Infrastruktur mit zwei Kindergärten, einer Grundschule, Allgemeinarzt-, Zahnarzt- und Krankengymnastikpraxen, Sparkasse, Einkaufsmöglichkeit für den täglichen Bedarf, Bäckerei, einer Kirchengemeinde sowie Sport- und anderen Vereinen.

Schlei und Ostsee liegen vom Haus Schwansen ca. vier Kilometer entfernt.

Die Stadt Kappeln, die neun Kilometer entfernt ist, verfügt über ein breitgefächertes Angebot an Schulen und bietet eine gute fachärztliche Versorgung. In Karby, Kappeln, Damp und der näheren Umgebung können verschiedene Freizeitangebote wie Sportverein, Schwimmhallen, Freizeitzentrum genutzt werden.

Die in der Gemeinde und dem Umland ansässigen Unternehmen sind mittelständischer Art, bieten verschiedenste Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Ein spezielles, differenziertes Angebot für Menschen mit Behinderungen bietet die in Kappeln bestehende, zum Verein gehörende Werkstatt für behinderte Menschrn.

Die Verbindungen durch den öffentlichen Nahverkehr sind dem ländlichen Angebot entsprechend, Bahnanschlüsse sind in Eckernförde, Schleswig, Süderbrarup gegeben.  

Zwischen dem Betreuungsverbund Haus Schwansen und dem Ambulant Betreuten Wohnen unseres Jugendhilfebereiches, für das eine extra Leistungsvereinbarung mit dem Kreis Schleswig-Flensburg abgeschlossen wurde, besteht eine intensive Zusammenarbeit. Dies hat sich bewährt, bietet die Möglichkeit einer direkten Intervention in der Krise, hier auch im Sinne einer räumlichen Veränderung, der Rückkehr in die Wohnangebote des Hauses Schwansen. 

2. Betreuter Personenkreis

Das Haus Schwansen ist ein Wohn- und Betreuungsangebot für junge Menschen beiderlei Geschlechts, welche bei der Aufnahme mindestens 16 Jahre alt sein sollten.

Dieser Einrichtungsteil ist konzeptionell ausgerichtet als Verselbstständigungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene aus den anderen Wohngruppen des Jugendhilfebereiches, aber auch Neuaufnahmen direkt in das Haus Schwansen sind möglich.

Das intellektuelle Niveau erstreckt sich von guter Begabung bis zur leichten Geistigen Behinderung. Die Notwendigkeit einer Betreuung durch pädagogische Fachkräfte kann sehr unterschiedliche Ursachen haben wie eine drohende oder vorhandene psychische Störung oder seelische Behinderung. Massive Probleme beim Erlangen einer Ausbildungsreife oder das Scheitern eines Verselbstständigungsprozesses können ebenfalls zur Aufnahme in das Haus Schwansen führen.   

3. Ziele und Inhalte der Betreuungsarbeit

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch mit seinem Anspruch, seinem Recht auf individuelle Hilfe, Selbstverwirklichung und Integration.

Die Zielsetzung unserer Tätigkeit ergibt sich aus diesem Leitsatz unseres Vereins, dem sich hieraus ergebenen Recht des Einzelnen „auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (SGB VIII §1).

Selbstständigkeit ist als Ergebnis eines fortlaufenden Prozesses zu sehen, einer zunehmenden Autonomie, einer sich somit ergebenden sozialen Integration.

Bei den bei uns lebenden jungen Menschen ist zumeist eine Rückführung in das Elternhaus ausgeschlossen, eine „auf Dauer angelegte Lebensperspektive muss erarbeitet werden“ (SGB VIII § 37). Dies erfordert zwingend die Mitarbeit des jungen Menschen, erfordert eine individuelle Hilfe, abhängig von den Ressourcen, dem tatsächlichen Entwicklungsstand des Einzelnen. Eine Veränderung der Aufgabe der sozialpädagogischen Fachkräfte vom Erziehenden zum Beratenden ergibt sich aus diesem Prozess. 

Unsere Tätigkeit hat zum Ziel, dem Einzelnen Raum und Zeit, Unterstützung und Hilfe bei der Persönlichkeitsentwicklung zu geben. Weitere Ziele sind:

  • Förderung der eigenen Kompetenzen
  • Erlernen von Lösungsstrategien in Konflikten
  • Förderung der Integeration in das soziale Umfeld
  • Hilfen bei der Aufarbeitung individueller Sozialisations- und Verhaltensauffälligkeiten
  • die Wahrnehmung einer angemessenen Bildung
  • die Inanspruchnahme einer Begleitung und Unterstützung während des Berufsfindungsprozesses, dem Berufsbildungsprozesses
  • die wirtschaftliche Verselbstständigung
  • Zusammenarbeiten mit Eltern, Biographiearbeit mit den jungen Menschen

Einr intensive Vorbereitung "auf ein selbständiges Leben", eine "Beratung und Unterstützung in Fragen der allgemeinen Lebenführung" (SGB VIII § 34) sind durch die Umsetzung folgender Ziele möglich:

  • Erwerb lebenspraktischer Fähigkeiten wie beispielweise die Zubereitung von Speisen, die Pflege der Wäsche, das Reinigen der genutzten Räumlichkeiten
  • Erreichen einer eigenen Mobilität
  • Kennen lernen und nutzen der verschiedenen Hilfsangebote in schwierigen Situationen, bei persönlichen Krisen.
  • Erlernen eines verantwortlichen Umganges mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln.
  • Organisation des Alltages
  • Konfrontation mit Alleinsein, ggf. Einsamkeit
  • Vermittlung von Wissen, Lösungsstrategien zur Sicherung des Lebensunterhaltes
  • Sexualberatung, Aufklärung
  • Hinführen zu einer gesunden Ernährung und zu sportlicher Betätigung
  • Suchtprävention

Die einzelnen, individuell angepassten Ziele werden mit dem Jugendlichen, jungen Erwachsenen besprochen, reflektiert, werden bei der Hilfeplanung benannt und überprüft.

Die Einzigartigkeit eines jeden Menschen unter Berücksichtigung seiner Unvollkommenheit, bestimmt unser Tun und Handeln.

Die zum Team des Hauses Schwansen gehörenden sozialpädagogischen Fachkräfte verfügen fast alle über eine große Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und arbeiten über Jahre als Team zusammen. Gegeben ist eine Rund-um-die-Uhr Ansprechbarkeit mit einer oder zwei Nachtbereitschaften, eine zusätzliche Rufbereitschaft ist etabliert und hat sich als notwendig erwiesen.

Der auf die Zahl der Bewohner abgestimmte Personalschlüssel ermöglicht eine hohe Flexibilität, eine direkte Intervention, eine intensive Begleitung des Einzelnen. Dies im Sinne einer zugewandten, Wünsche und Vorstellungen berücksichtigenden Bezugsbetreuung.

Während der regelmäßig stattfindenden Teamgespräche wird die pädagogische Arbeit reflektiert, Beobachtungen ausgetauscht, einzelne Vorgehensweisen überprüft, werden Maßnahmen aktualisiert. Ein ständiger Austausch der pädagogischen Fachkräfte entspricht unserem Verständnis einer sinnvollen, transparenten, alle gegebenen Ressourcen nutzenden pädagogischen Arbeit. Gleiches gilt für die Inanspruchnahme externer Fachleute, spezifischer Angebote.  

4. Schlusswort

Mit einbeziehen in unsere Arbeit müssen wir aufgrund des Alters, der Biographie unserer Bewohner immer die Option des „Scheiterns“ derselbigen, die Etablierung einer anderen Form der Hilfe, die Entlassung und Wiederaufnahme der Hilfe zu einem Zeitpunkt der tatsächlichen Bereitschaft zur Inanspruchnahme der Unterstützung.

Auch gehen wir von einer längerfristig etablierten Hilfe aus, einer Hilfe, welche Rückschritte, Krisen mit einbezieht, ermöglicht, welche sich flexibel auf die Situation des Einzelnen einstellt.

 

Das Team des Hauses Schwansen