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Wohngruppe Haus Karby am Ring

1. Örtliche Lage und räumliche Ausgestaltung

Die Wohngruppe Karby am Ring wurde von Oktober 2009 bis Mai 2010 aufwendig umgebaut und saniert. Das Gruppenhaus verfügt nun nach dem Umbau im Erdgeschoss über zwei Doppelzimmer, ein Badezimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche mit Essbereich sowie über das Dienstzimmer.

Im Obergeschoss des Hauses befinden sich sechs Einzelzimmer sowie zwei Badezimmer. Im ausgebauten Keller befinden sich eine Werkstatt, der Hauswirtschaftsraum, das Erzieherbad sowie großzügige Abstellmöglichkeiten. Zur Wohngruppe gehört ein weitläufiger Garten, der gute Möglichkeiten zum Spielen und Austoben bietet.

Die Wohngruppe Karby am Ring liegt in der dörflichen Gemeine Karby, die über eine gute Infrastruktur verfügt. Es gibt zwei Kindergärten, eine Grundschule, eine Kirchengemeinde, einen Sportverein, Allgemeinarzt-, Zahnarzt- und Krankengymnastikpraxen sowie Sparkasse und Einkaufsmöglichkeit für den täglichen Bedarf.

Die Ostsee mit Badestrand liegt vier Kilometer entfernt.

Die Stadt Kappeln, die sieben Kilometer entfernt ist, verfügt über ein breitgefächertes Angebot an Schulen und bietet eine gute fachärztliche Versorgung.

2. Betreuter Personenkreis

Die Wohngruppe Karby am Ring bietet Platz für zehn männliche Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das pädagogische Angebot ist geeignet für Jungen unterschiedlichen intellektuellen Niveaus bis hin zur leichten geistigen Behinderung, sowie mit sozialen und psychischen Beeinträchtigungen.

Auch bei bestehender oder drohender seelischer Behinderung, bei AD(H)S-Problematik, FAS und autistischen Zügen kann die Gruppe Karby am Ring ein adäquates Angebot für den Betroffenen sein.

3. Ziele und Inhalte der Betreuungsarbeit

An erster Stelle steht für unsere pädagogische Arbeit, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen mit ihrer Persönlichkeit anzunehmen und zu akzeptieren. Dies schließt ein, dass wir uns für deren Belange einsetzen und diese vertreten. Besonderes Augenmerk legen wir auf das Erkennen und Fördern der individuellen Stärken.

Die Bedürfnisse des Einzelnen wahrzunehmen und auf diese einzugehen, ist für das Team ein ebenso wichtiges pädagogisches Handlungsprinzip, wie die Interessen der Gruppe als soziales Gefüge. Die Individualität der Kinder und Jugendlichen optimal mit der Gemeinschaft der Gruppe zu verknüpfen, ist ein wesentliches Ziel des pädagogischen Alltags.

Grundsätzlich wird eine weitgehende Beteiligung der Kinder und Jugendlichen am Hilfeprozess angestrebt. Dabei bieten wir den Jungen Entscheidungsspielräume und Lernfelder. Entsprechend des Erziehungsstils der Wohngruppe Karby am Ring, der als freundlich, konsequent und kooperativ bezeichnet werden kann, wird versucht, die täglich gestellten Anforderungen an die Bewohner konkret und transparent zu vermitteln.

Die Wohngruppe Karby am Ring bietet zeitweise oder auch langfristig einen pädagogisch alternativ gestalteten und professionell strukturierten Lebensort, der es den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, durch stabile und belastbare Beziehungen individuelle Perspektiven zu entwickeln.

Ziel ist es, entweder eine Rückkehr in die Familie zu ermöglichen oder sich auf eine langfristig angelegte Lebensform einzulassen, welche auf ein späteres Leben in einer anderen Betreuungsform oder auf ein selbständiges Leben vorbereitet.

Bewährt in unserer täglichen pädagogischen Arbeit hat sich das Bezugsbetreuersystem. Inhaltlich bedeutet das, dass jeweils ein pädagogischer Mitarbeiter für zwei Betreute verantwortlich ist.

Die regelmäßig einmal im Monat stattfindenden Jungenteams sollen langfristig zur sachlichen Auseinandersetzung untereinander befähigen und dienen der Planung und Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten.

Im Bereich des Gruppenalltages werden die individuelle Zuwendung, das konstante Beziehungsangebot sowie die Tagesstruktur mit den entsprechenden Zeitabläufen methodisch eingesetzt.

Den Jungen werden Hilfen zur Entwicklung von Tages- und Wochenstruktur gegeben.

Bei der Erarbeitung von schulischen sowie beruflichen Zielen geht es methodisch im Einzelfall um eine bedarfsorientierte Zusammenarbeit, um die Teilnahme an Eltern-, Erzieherabenden in der Schule, um die Begleitung bei der Erledigung von Hausaufgaben als fester Bestandteil des Tagesablaufes, um den Austausch mit Betrieben / dem Berufsbildungsbereich der Kappelner Werkstätten für behinderte Menschen.

Eine individuelle Förderung bedeutet methodisch die Motivation und Unterstützung zur regelmäßigen Teilnahme am Schulunterricht / Arbeitsalltag, die Motivation, Unterstützung und Kontrolle bei der Hausaufgabenerledigung, das Anbieten und Erarbeiten individueller Fördermaßnahmen.

Durch das Zusammenleben in einer Gemeinschaft lernen unsere Bewohner u.a. Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft und Einfühlungsvermögen.

Im Rahmen des lebensweltorientierten Ansatzes im Alltag nehmen wir die individuellen sozialen Probleme der Jungen in deren Tagesablauf in den Focus. Problemen und deren Bewältigungsversuchen im Schul-, Arbeits- und Gruppenalltag begegnen wir mit Anerkennung, Motivation und Lob sowie aber auch mit kritischer Provokation, um eine positive Entwicklung zu erreichen.

Ein besonderes Augenmerk legen die pädagogischen Fachkräfte des Teams auf die sexuelle Entwicklung unserer Bewohner, um eine Identitätsfindung zu fördern und ggf. die Gefahr von sexuellen Übergriffen zu verhindern. Dieses geschieht durch aufklärende und annehmende Gespräche, Gruppenteams, Therapie durch entsprechende Fachkräfte, aber auch bei Bedarf durch Kontrolle und Reglementierung.

Wo möglich wird eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern oder wichtigen Bezugspersonen aus der Vorgeschichte entwickelt. Unsere pädagogische Arbeit wird daher den jeweiligen Personen transparent gemacht.

Während der ersten Phase nach der Unterbringung ihres Kindes wird das Vertrauen der Eltern in die gewählte Institution, die Gruppe und die pädagogischen Fachkräfte gesucht.

Den Eltern soll durch Wertschätzung, Aufzeigen von Methoden und Ressourcenorientierung vermittelt werden, dass sie in den Hilfeprozess einbezogen sind und durch ihre aktive Beteiligung einen bedeutenden Beitrag zu einem erfolgreichen Hilfeverlauf leisten können.

4. Schlusswort

Das Grundsatzziel mit oberster Priorität für das Team der Wohngruppe Karby am Ring ist es, gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und den Familien Lebensbedingungen zu schaffen, die den Jungen ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben gemäß ihrer individuellen Voraussetzungen in ihrer Zukunft ermöglichen. Eine weitestgehend selbstständige und selbstbestimmte Alltags- und Lebensbewältigung sowie eine befriedigende soziale und gesellschaftliche Integration leiten sich aus dieser Zielstellung ab.

Im Zentrum unserer fachlichen Ansätze steht jeweils das Kind oder der Jugendliche mit seiner ganz persönlichen Biografie, seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten. An dieses persönliche Erfahrungspotential knüpfen sich Auftrag, Inhalte und Methoden unseres pädagogischen Handelns.

 

Das Team der Gruppe Karby am Ring