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Wohngruppe Haus am Schlossteich

1. Örtliche Lage und räumliche Ausgestaltung

Die Wohngruppe „Haus am Schlossteich" findet sich in einem kleinen Ostseebad. Die ländliche Umgebung und unmittelbare Nähe zum Meer bieten ausreichend Ruhe und Erholung und laden zu Spaziergängen, Radtouren und Baden ein. In einem vier Kilometer entfernten Dorf gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule, Allgemeinarzt-, Zahnarzt- und Krankengymnastikpraxen sowie Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf.

Das Wohnhaus wurde 2006/2007 von Grund auf saniert und aufwendig umgebaut. Die untere Etage ist barrierefrei und somit auch für Rollstuhlfahrerinnen geeignet. Die Wohngruppe bietet insgesamt 12 Mädchen in acht Einzel- und zwei Doppelzimmern Platz. Die Kerngruppe mit acht Plätzen befindet sich im Erdgeschoss. Die Mädchen wohnen in vier Einzel- und zwei Doppelzimmern. Neben drei Bädern, von denen eines behindertengerecht ausgestattet ist, einem Büro und Hauswirtschaftsräumen verfügt die Gruppe über ein sehr geräumiges Wohnzimmer mit integrierter Küche und Essecke.

In einem Extrazimmer, der sogenannten „Klönstuv“, können Besprechungen, Einzelförderungen oder Kleingruppenarbeiten vorgenommen werden. Vom Wohnzimmer gelangt man über die angrenzende große Terrasse in den weitläufigen Garten, der gute Möglichkeiten zum Spielen und Austoben bietet. Im Obergeschoss des neuen Anbaus befindet sich eine gesonderte Einheit für vier ältere Mädchen. Ihnen stehen vier Einzelzimmer, eine gemütliche Wohnküche, Duschbad und Toilette zur Verfügung. Der pädagogische Schwerpunkt liegt hier in der Einübung weiterer Verselbständigung.

2. Betreuter Personenkreis

In der Gruppe leben ausschließlich Mädchen. Das Aufnahmealter bewegt sich im Rahmen von etwa vier bis sechzehn Jahren. Überwiegend handelt es sich um Mädchen, die aufgrund von traumatischen Erlebnissen einen besonderen beschützenden Rahmen benötigen und/oder bei denen eine seelische Behinderung oder psychiatrische Grunderkrankung vorliegt. Die Klientel ist gemischt. So sind z. B. Sprachstörungen, leichte geistige Behinderungen, Hyperaktivität oder Körperbehinderung keine Ablehnungsgründe.

3. Ziele und Inhalte der Betreuungsarbeit

Übergeordnetes Ziel ist die Schaffung eines Geborgenheit, Schutz und intensive Förderung gebenden Lebensraumes. Bei möglichen traumatischen Erlebnissen in der Vorgeschichte werden die Mädchen behutsam an eine Aufarbeitung herangeführt.

Jede pädagogische Fachkraft ist für zwei Mädchen als BezugsbetreuerIn besonders verantwortlich und kümmert sich um alle wesentlichen Dinge und persönlichen Belange dieser Mädchen.

Durchgängiges Ziel der pädagogischen sowie therapeutischen Arbeit ist die Aufarbeitung und Modifikation der individuellen Verhaltens- und Sozialisationsproblematiken und deren Ursachen. Das Team ist bestrebt darin, den Mädchen ein gemütliches Zuhause und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, ihnen Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln.

In erster Linie wird ein ganz normaler Alltag gelebt, der sehr klar strukturiert ist und somit eine wesentliche Orientierungshilfe bietet. Klar formulierte Regeln und eine Ämterplanung fördern das partnerschaftliche Zusammenleben und die Eigenverantwortung. Sozialer Umgang und Rücksichtnahme werden täglich neu geübt, um verinnerlicht werden zu können.Die regelmäßig einmal im Monat stattfindenden Mädchenteams sollen langfristig zur sachlichen Auseinandersetzung untereinander befähigen und dienen der Planung und Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten. Aber auch allgemeingültige Themen und mädchenspezifische Probleme und Anliegen werden behandelt, um Klärung zu schaffen, Interesse zu wecken und Wissen zu vermitteln. 

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit ist die schulische Motivation und intellektuelle Förderung. Individuelle Hilfestellungen bei den Hausaufgaben, ein regelmäßiger Austausch mit allen Lehrkräften und altersspezifische Lernanreize werden für äußerst notwendig erachtet und nehmen einen großen zeitlichen Raum ein.

Ebenso sind die Freizeitplanung und die Freizeitgestaltung wichtige Bestandteile unserer Arbeit.

Gemeinsames Spielen, Basteln, Malen, die Teilnahme an externen Aktivitäten, die mögliche Mitgliedschaft in einem Sportverein, Ausflüge, Museums- oder Konzertbesuche, der Umgang mit Medien und vieles mehr sollen den Mädchen langfristig gesehen dazu verhelfen, die eigene Freizeit sinnvoll gestalten zu können.

Die gruppenübergreifenden Freizeitangebote wie das therapeutische Reiten und der Hobbygarten werden in der Regel von Mädchen besonders gern genutzt.

Die in unserer Wohngruppe mögliche Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen ist vielen Mädchen wichtig. Unter Anleitung und Kontrolle erlernen sie den artgerechten Umgang mit diesen Tieren. Das Kuscheln ist dabei aber auch ein sehr wichtiger Faktor.

Die Gruppe versorgt sich in jeder Hinsicht selbst. So lernen die Mädchen von Beginn an im Haushalt mitzuwirken. Das Planen und Zubereiten von Mahlzeiten, das Einkaufen, die Wäschepflege sowie das Reinigen der Räumlichkeiten sind tägliche Bestandteile unserer Arbeit. Die Mädchen werden entsprechend ihrem Alter und ihren Fähigkeiten schrittweise an derlei Aufgaben herangeführt.

Eine gesonderte Wohneinheit ist der Verselbständigungsbereich im Obergeschoss für Betreute ab etwa 16 Jahren.

4. Schlusswort

Gemäß unserem Leitbild „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch mit seinem Anspruch auf individuelle Hilfe, Selbstverwirklichung und Integration“ orientieren wir uns an den Bedürfnissen der uns anvertrauten Mädchen. Sie sollen sich vor allem geborgen, beschützt und verstanden bei uns fühlen und eine intensive Förderung erhalten. 

Das Team der Wohngruppe Haus am Schlossteich